Gesundheit

Die Heilkraft der Kornblume

Trotz ihrer schönen Farbe und ihrer viel gepriesenen Heilkraft wurde die Kornblume fast ausgerottet.
Die Kräuterfrau Annette Wallner stellt uns die sagenumwobene Ackerpflanze vor.
Kornblume © Peter Raider
 

Wohlstand, Glück und Treue

Auf ihre fabelhaften Fähigkeiten lässt schon der wissenschaftliche Name schließen: Hippokrates von Kos, der berühmteste Arzt des Altertums, nannte die Kornblume Centaurea – nach dem Zentauren Chiron aus der griechischen Mythologie, der viele wundersame Heilungen vollbracht haben soll. „Schon immer hat die geheimnisvolle blaue Blütenfarbe dieses ,Ackerunkrauts‘ die Menschen fasziniert. Deshalb ranken sich auch so viele Sagen und Geschichten um sie. Heute noch gilt sie als ein Symbol für Wohlstand, Glück und Treue und schmückt auf dem Land die Brautkränze der jungen Mädchen. Auch bei der traditionellen Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt im August ist sie stets ein fester Bestandteil der Gebinde und Sträuße“, erklärt die Phytotherapeutin Annette Wallner, als wir sie auf dem idyllisch gelegenen Fundahof – einem Urlaubsparadies im Kärntner Natur- und Kräuterdorf Irschen – besuchen.


Viele Gerb- und Bitterstoffe

Die Naturheilpraktikerin schätzt die Kornblume nicht nur als schöne Gartenbewohnerin, sondern vor allem als Medizinalpflanze: Die Blüten besitzen große Anteile an Gerb- und Bitterstoffen, die auf die Schleimhäute in Mund, Rachen, Magen und Darm zusammenziehend (adstringierend) und entzündungshemmend wirken. Als Tee oder Tinktur wird die Kornblume daher seit Jahrhunderten bei Leberschwäche, Verdauungsbeschwerden und Erkältungen eingesetzt. Äußerlich verwendet man sie in Form von Salben, Bädern und Auflagen, die bei Hauterkrankungen und -verletzungen, Juckreiz, Akne, leichten Verbrennungen und Erfrierungen die Haut beruhigen, ihre Regeneration fördern und die Heilung unterstützen. In Kornblumentee getränkte Kompressen haben sich darüber hinaus bei überanstrengten und geröteten Augen bewährt. Vorsicht sollte man bei allen Rezepturen aus der Hausapotheke von Annette Wallner aber walten lassen, wenn eine Allergie gegen Korbblütler besteht. 
Früher war die Kornblume an jedem Getreidefeld zu finden, doch inzwischen wurde sie als Unkraut fast ausgerottet. Deshalb steht sie nun unter Naturschutz und das Pflücken ist verboten. Aber sie lässt sich an einem sonnigen Platz problemlos im eigenen Garten kultivieren. Bei der Aussaat im Frühjahr oder im Herbst sollte man allerdings darauf achten, die Samen der Echten Kornblume (Centaurea cyanus) zu verwenden. Die zahlreichen Zierarten besitzen keine Heilkräfte. Wenn während der Blütezeit die verblühten Köpfe regelmäßig abgezupft werden, erfreut die blaue Pracht bis in den September hinein das Auge.
Für die Hausapotheke werden nur die voll erblühten Köpfe geerntet – an sonnigen und warmen Tagen. „Diese Blüten müssen dann auch in der prallen Sonne getrocknet werden, damit sie ihre Leuchtkraft behalten“, rät die Expertin. „Ich gebe sie auch gerne als sogenannte Schmuckdrogen in meine Teemischungen und genieße später im Jahr an trüben Tagen das strahlende Blau aus dem Sommer.“


Kornblumenbad 

Bei Hautkrankheiten und Juckreiz

Zutaten: 
  • 3–4 Handvoll Kornblumenblüten

Zubereitung: 

Die Blüten mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen. 15–20 Minuten ziehen lassen, dann abseihen.

Anwendung: 

Den Sud ins Badewasser geben und 15 Minuten darin baden. Lindert den Juckreiz, beruhigt die Haut, unterstützt Wundheilung und Regeneration



Viele weitere interessante Rezepte, wie z.B. "Kornblumen-Gesichtswasser" oder "Kornblumenwein" finden Sie in der aktuellen Ausgabe der LandIDEE.

 
Text von Angelika Krause
LandIDEE Ausgabe 03/18 Jetzt abonnieren!
Fotos: 
Peter Raider
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