Alte Handarbeitskunst: MONOGRAMME STICKEN
Das Sticken von Monogrammen ist eine alte Handarbeitskunst, die heute wieder viele Anhänger findet. Liselotte Heisterhagen aus Filsum in Friesland ist dieser Faszination erlegen. Sie weiht uns in die Geheimnisse des Kreuzstich-ABCs ein.
LANDIDEE 04/10: Anleitung zum Monogramm-Sticken als PDF finden Sie hier.
Früher stickte man Monogramme auf alles, was zur Aussteuer gehörte. Diese feine, alte Kunst, die fast in Vergessenheit geraten ist, wurde in den letzten Jahren wieder neu belebt. Zur damaligen Zeit bevorzugten Handarbeiterinnen den Plattstich, heute verwenden die meisten den etwas moderneren Kreuzstich. Auch wird das Monogramm nicht mehr auf Bettwäsche und Co. aufgebracht, sondern auf kleine Säckchen, Geschirr- und Gästetücher oder Servietten, um diesen als Geschenk eine liebevoll-persönliche Note zu geben.
„Kreuzstich ist eine simple Arbeit mit einer wertlosen Rückseite.“ Über diesen Satz in einem alten Handarbeitsbuch kann sich Liselotte Heisterhagen immer noch ein bisschen ärgern: „Das ist ja gerade die Kunst beim Kreuzstich, die Nadel so zu führen, dass sich auch die Kehrseite sehen lassen kann.“
Die passionierte Handarbeiterin, die sich ein Leben ohne Häkeln und Sticken gar nicht vorstellen kann, wagte sich früher nie so richtig an den Kreuzstich heran: „Ich hatte immer großen Respekt vor den vielen Fäden, die am Schluss zu vernähen sind.“
Dass sie vor etwas über zehn Jahren dann doch mit dem Stick-Virus infiziert wurde, hat sie einer Monogramm-Vorlage zu verdanken: „Diese wunderschönen alten Buchstaben haben mich so fasziniert, dass ich mich doch ans Nachsticken gemacht habe.“ Daraus ist in dreijähriger Arbeit das wohl größte Stickmustertuch (beinahe 2 x 2 Meter) der Welt entstanden. In der gemütlichen Werkstatt, die sie sich auf ihrem alten Bauernhof in Ostfriesland eingerichtet hat, ist das Tuch die Attraktion schlechthin.





