Neue Serie: Reinemachen nach Großmutters Art

Alte Hausmittel schonen die Umwelt und den Geldbeutel. Aber sind sie auch wirkungsvoll? Wir haben für unsere neue Serie unzählige altbewährte Ratschläge und Produkte für Sie ausprobiert – mit verblüffenden Ergebnissen.

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte“, dichtete Eduard Friedrich Mörike. Bei uns zu Hause aber kugeln nur die Wollmäuse durch die Lüfte. Wir sollten endlich den Winter aus dem Haus kehren, denn Mörikes „Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.“ Das Land vielleicht, aber nicht unsere Küche, in der sich aufgrund der Kälte seit Monaten die Kochdünste sammeln.
Höchste Zeit, für Frische zu sorgen. Aber nicht Plastikflaschen voller Reinigungsmitteln kommen zum Einsatz – diesmal standen andere Dinge auf unserem Einkaufszettel wie etwa Soda, Sand, Kernund Schmierseife, Essigessenz, Zitrone, Salmiak und Salz. Es sind gar nicht so viele Komponenten, aus denen Omas Reinigungsapotheke besteht.

Es sind eher die kleinen Kniffe und die richtige Reihenfolge, der Zustand der zu reinigenden Gegenstände oder die Zusammensetzung der Zutaten, die den Unterschied zwischen einem unbefriedigenden zu einem effektiven Hausputz ausmachen. Unser erster Gang gilt dem Waschsoda. „Sand“, „Seife“, „Soda“ stand früher auf den in jeder Küche platzierten Reinigungsmittelbehältern aus Emaille.
Das Soda, genau gesagt Natriumcarbonat oder Natriumkarbonat, ist ein Salz der Kohlensäure. Auf keinen Fall sollte man das Reinigungssoda mit dem Backsoda verwechseln, also mit Natriumhydrogencarbonat, Trivialname: Natron, das aber auch als Speisesesoda oder Backsoda angeboten wird. Zuerst wollen wir die Wunderdinge ausprobieren, die man dem Waschsoda nachsagt: reinigend, entfettend, hilft bei Blutflecken oder Schweißgeruch in der Wäsche, gegen schmuddelige Holzbrettchen und Kochlöffel, spült Marmeladen- und Einmachgläser blitzsauber, macht verstopfte Ausgüsse frei und erneuert schmutzige Türen und Fensterrahmen.
Doch wie wirkt Soda? Soda wird alkalisch, wenn man es in Wasser löst, es wird also zur Lauge. Schmutz und Fett quellen so auf oder werden chemisch verändert: Sie werden verseift und damit gelöst. Und das ohne Schadstoffe. Soda wurde früher durch den Abbau natürlich vorkommender natriumcarbonathaltiger Minerale gewonnen, die man besonders in den Sodaseen in Ägypten, der Türkei (Van-See), Ostafrika oder Kalifornien findet.
Ein uns bekannter Soda- oder auch Natronsee ist der Neusiedler See. Seit Menschengedenken nutzt man Soda: Schon die alten Ägypter setzten es zum Mumifizieren ein. Dank seiner starken Wirkung fand es bereits früh Verwendung als Reinigungsmittel, aber auch als Backtriebmittel.
Dort erkennt man es als Lebensmittelzusatzstoff unter der Nummer E 500 und es darf sogar Bio-Lebensmitteln zugesetzt werden. Dennoch sollte man vorsichtig mit Soda umgehen, Soda-Dämpfe nicht einatmen und beim Gebrauch dieses natürlichen Mittels beachten, dass es sehr stark entfettend wirkt. Es empfiehlt sich deshalb, Schutzhandschuhe zu tragen.
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