Gut gepflegt: So reinigt man Fell, Wolle, Filz und Co.

Eine schonende Behandlung ist bei Textilien aus Fell, Wolle, Samt und Wollfilz besonders wichtig. Oft kommt nur die Bürste zum Einsatz. Rückfettende Waschmittel und richtiges Trocknen helfen,
die empfindlichen Gewebe weich und geschmeidig zu halten.

Jetzt wird es gemütlich! Draußen herrschen eisige Temperaturen, doch im Innern des Hauses sorgen Heizung, Kaminfeuer und mollige Materialien für wohlige Wärme. Damit Felle, Wolldecken, Loden, Filz und edler Samt gut riechen und richtig sauber werden, werden sie mit Großmutters natürlichen Hausmitteln behandelt. Beginnen wir mit dem Schaffell. Ein Fell, das aus artgerechter Tierhaltung stammt und nach der traditionellen Weißgerbung behandelt wurde, ist im Prinzip nicht waschbar.

Das ist auch nicht notwendig, denn durch seinen hohen Wollfettgehalt reinigt es sich selbst. Generell reicht es bei einem hochwertigen Schaffell, es zum Lüften nach draußen zu hängen. Bei Bedarf sollte man es zusätzlich mit einer Fellbürste feucht ausbürsten. Ist der Pelz allerdings sehr verschmutzt, wird er in einer Wanne mit lauwarmer Schafseifenlauge eingeweicht. Hierbei wirkt die Schafseife durch ihren hohen Fettanteil rückfettend.

Einfach die Seife mit einer Reibe zerkleinern und in lauwarmem Wasser auflösen. Alternativ geht auch ein mildes Wollwaschmittel oder ein Babyshampoo. Wichtig nach dem Waschen: Das Fell wird gut durchgeknetet bzw. glatt gezogen, damit es beim Trocknen nicht verfilzt. Auch das Schlagen über einen Stein bringt das Fell wieder in Form. Ein Flokati wird ebenfalls mit einem schonenden Wollwaschmittel behandelt. Rubbeln und Wringen ist nicht angebracht, da er sonst verfilzt.

Auch der Flokati muss beim Trocknen immer wieder glatt gezogen werden. Reine Wolle ist ein sehr angenehmes Material, das sich nach dem Waschen weich und anschmiegsam anfühlen sollte. Besonders schonend bei Wolldecken, Wollpullovern und Strickkleidern wirkt Kartoffelwasser: Rohe Kartoffeln werden gerieben und mit etwas Wasser vermischt. Der Sud wird anschließend durch ein Sieb abgegossen und mit lauwarmem Wasser aufgefüllt – für den guten Duft gibt man etwas Kernseifenlauge dazu.

Die Wollstoffe werden einige Zeit eingeweicht, schonend hin- und herbewegt und anschließend gut durchgespült. Zum Trocknen wird der Wollstoff zwischen zwei Handtücher gelegt und fest eingerollt; durch Klopfen wird die verbliebene Flüssigkeit herausgepresst. Filz darf niemals in der Waschmaschine gewaschen werden, da sich sonst der Filzvorgang fortsetzt.

Doch der hohe Fettanteil des Wollfilzes verhindert ein Eindringen von Schmutz, sodass ein Ausbürsten im Prinzip vollkommen ausreicht. Bilden sich Knötchen auf der Oberfläche, diese niemals abrupfen, sondern mit einer Rasierklinge abschneiden.

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