Anzeige

Tipps & Tricks für kleine Räume

An der Gesamtfläche eines Hauses lässt sich nun mal so leicht nichts ändern. Wie sich zeigen wird, ist das auch gar nicht notwendig: Droht ein schönes Zuhause einmal aus seinen Nähten zu platzen, kann vieles getan werden, damit auch ein so knapp bemessener Raum mit seinen Aufgaben wächst.
© Landidee
Küche
Großzügige Bewegungsfreiheit ist hier meist eher Fehlanzeige. Doch die Kreativität kennt keine Grenzen, und es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten, um von jedem Zentimeter zu profitieren. Mit einem kleinen Klapptisch, wie hier abgebildet, entsteht vor der Fensterbank eine flexible Nutzfläche. Nach Farbe und Funktion sortiertes Geschirr sorgt optisch für Ordnung und Ruhe. Wenn man das Abtropfgitter dann dazu noch direkt über das Spülbecken hängt, bleibt die Arbeitsfläche frei. Apropos aufhängen: Hakenleisten verstauen die wichtigsten Utensilien übersichtlich und griffbereit. Wandschränke sind mit Körben nach oben und unten schnell erweitert, und von der Decke können Kräuter in luftigen Ampeln baumeln, statt die Fensterbank zu verstellen. Sogar die Türe bietet ungeahntes Platzsparpotenzial: Befestigt man flache Schuhschränke an ihr, kann man diese zum Beispiel als Mülltrennstation nutzen.

Bad
Verschmelzen Boden, Wände und Dusche über die Fliesen optisch zu einer Einheit, erscheint die vorhandene Fläche viel offener. Der Effekt wächst noch, wenn man nicht ganz bis zur Decke fließt. Getreu dem Motto „klein, aber fein“ kann eine hochwertige Ausstattung hier besonders geschickt wirken und eine unliebsame Nasszelle in eine kleine Luxusoase verwandeln.

Allgemein
Gemütliche Wohnlichkeit, in der man sich ganz und gar zu Hause fühlt, wird sicher nicht durch die Größe der verfügbaren Fläche definiert. Es kommt vielmehr darauf an, was man daraus macht. Der Raum hier wirkt riesig, ohne es zu sein. Das verdankt er allein seiner genialen Konzeption: Die Balken in zurückhaltendem Weiß strecken mit klarer Linie nach oben. Nur ein einziger naturbelassender Balken trennt den Raum mit luftiger Offenheit in zwei Bereiche. Ein unauffälliges Podest verstärkt den Effekt und ist zugleich eine unsichtbare Kammer für Krempel. Die einheitliche Farbharmonie verbindet optisch alles zu einem großen Ganzen.

Ordnung
Da kann man noch so ambitioniert ausmisten und aufräumen, auch die unansehnlicheren Dinge des täglichen Lebens müssen irgendwohin. In Regalen, die gar nicht erst als solche wahrgenommen werden, kann man sie jedoch ganz charmant von der Bildfläche zaubern. Mit uneinsehbaren und zugleich dekorativen Ordnungselementen wie diesen schmucken Koffern, Regalen, die hinter einem Vorhang verschwinden oder in derselben Farbe wie die Wand harmonisch mit ihr verschmelzen, ist viel gewonnen: Das Auge wird ganz gezielt auf die Hingucker gelenkt, die dem Raum seinen Chrakter geben und ihn zu einem Zuhause machen, in dem man keine Abstriche zu machen braucht.

Farbspiel
Helle und kühle Töne treten optisch in den Hintergrund. Setzt sich die Zimmerdecke in Weiß mit einem breiten Rand von den Wänden ab, streckt das nach oben. Kräftige und dunkle Farben sowie florale Tapeten sollte man lieber nicht zu flächig einsetzen. Richtig dosiert, kann eine einzelne dunklere Wand einen Raum jedoch auch weiten. Um ein buntes Durcheinander zu vermeiden, sollte alles harmonisch aufeinander abgestimmt sein. Kontraste und Akzente sind natürlich erlaubt, sollten aber nicht überhandnehmen. Zwei verschiedene Farbwelten sind genug, um ein bisschen Spannung hineinzubringen.

Tricks
Mit wenig Platz viel Platz zu haben – das bedarf keiner Zauberei. Der Trick ist es, immer genau das verschwinden zu lassen, was gerade nicht angesagt ist. Zum Beispiel befördert ein Seilzug den Wäscheständer, den man ja eigentlich nur zum Auf- und Abhängen vor seiner Nase haben muss, an die Decke. Der Boden bleibt frei, und bei Bedarf genügt ein Handgriff, um das Objekt der Begierde galant heruntergleiten zu lassen. Diese etwas unkonventionellen Lösungen sind es, mit denen man die ersehnten Schlupflöcher in räumliche Engstellen bringen kann. So entsteht mit dem Einbau von Schiebetüren auf einmal Stellfläche bis direkt zum Türrahmen. Sogar in der Garage steckt mit Hilfe von Deckenschienen ein ganzer Fuhrpark für Kisten, die man für den Fall der Fälle einfach herausschiebt.

Boden
Mit dem richtigen Belag lässt sich optisch einiges herausholen: So entscheidet die Verlegerichtung von Dielen über die Fluchtpunkte im Raum. Der Flur oben wirkt nämlich länger, als er es tatsächlich ist. Mit kleinteiligem Parkett oder Teppichen würde dieser Effekt ausbleiben. Deshalb belässt man es besser bei einem Belag, anstatt viele verschiedene zu kombinieren, an denen der Blick hängen bleibt. Je weniger insgesamt die Bodenfläche verdeckt, umso mehr Weite entsteht für das Auge. Schuhschränke und Co. werden also besser frei schwebend montiert. Lässt man den Belag über die Türschwelle fortlaufen, können viele Zimmerchen in einem Guss zu einem großen verschmelzen.

Podest
Wer sich schon immer eine Hochburg himmlischen Schlafes gewünscht hat, dem sei wärmstens ans Herz gelegt, sich ein Podest zu bauen, in das das Bett eingefasst wird. Ein paar Stufen höher gelegt, fühlt man sich garantiert wie auf Wolken gebettet. Hier hat man unter den Aufbau sogar ein zusätzliches Zimmer gezauert, das man prima als begehbaren Kleiderschrank nutzen kann. Natürlich funktioniert das zusätzliche Wohngeschoss in jedem Raumtyp und in jeder Höhe. Niedrigere geschlossene Konstruktionen liefern jede Menge Stauraum im Unterbau. Kleine Kinderzimmer werden so zu einem Abteuerspielplatz mit viel freier Fläche zum Austoben.

Licht
Ein lichtdurchfluteter Raum sieht immer größer und offener aus als ein dunkler. Das zu schaffen, ist besonders unter dem Dach, wo die drückenden Schrägen kaum Licht und Aussicht zulassen, eine kleine Herausforderung. Gut investiert man hier in einen Einbau von Gauben, die die Dachstuhlatmosphäre deutlich angenehmer gestalten. Im Rest des Hauses tauscht man dunkle und dichte Vorhänge am besten gegen helle Schals, die für ungehinderten Lichteinfall von draußen sorgen. Abends hilft eine gute Beleuchtung mit vielen kleinen indirekten Lichtquellen, die bis ins letzte dunkle Eck für Helligkeit und Gemütlichkeit sorgen.

Möbel
Auch wenn es etwas Zeit und Geld kostet, ermöglichen Spezialanfertigungen es, jeden einzelnen Winkel nutzbar zu machen und gleich mehrere praktische Funktionen in sich zu vereinen: Diese Eckbank zum Beispiel ist eine bequeme Sitzgelegenheit und darüber hinaus die perfekte Spielwiese für Groß und Klein. Sie ist nicht nur üppig bemessen. Dank ihrer nahtlosen Einpassung kann kein noch so kleines Teilchen dahinter oder darunter abtauchen. Sie nimmt den vorhandenen Platz nicht weg, sondern vermehrt ihn sogar, weil in ihrem Herzen jede Menge verdeckter Stauraum schlummert, sodass sich zusätzliche Regale einfach erübrigen. Gekrönt wird das Ganze durch eine unauffällige Formsprache vollkommener Zurückhaltung. Und all diese Vorteile bringt schon ein einziges durchdachtes Teil nach Maß.

Inspiration
„Stauraum – das Wichtigste: Planen, einrichten & wohnen!“ hilft bei der Entwicklung genialer Ordnungssysteme, die perfekt zu einem passen. Das Buch gibt es für 17,99 Euro von der DVA. „Kleine Räume – viele Möglichkeiten: Tolle Ideen für platzsparendes Wohnen“ geht auf rund 180 Seiten vom Allgemeinen in die Detailplanung für jedes Zimmer, von Stiftung Warentest für 24,99 Euro. Viele praktische Tipps mit anschaulichen Bildbeispielen verdeutlichen in „Kleine Räume ganz groß: Kreative Ideen, geniale Lösungen“ eindrucksvoll, worauf es ankommt. 7,99 Euro, Naumann & Göbel Verlag.

 
Wohnen & Deko Ausgabe 01/16 Jetzt abonnieren!
Fotos: 
Landidee