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Stoffe färben mit Obst & Gemüse

Es geht auch ohne Chemie, wenn man auf einige Grundregeln achtet. Seide und Baumwolle nehmen in einem Sud aus Obst oder Gemüse zarte Blau- und Lilatöne an. Wir haben die Verfahren ausprobiert.
© Landidee
Vieles ist einfacher, als man denkt, wenn man erst einmal loslegt. Um es gleich vorwegzunehmen: Das Färben mit Naturfarben gehört nicht dazu. Aber von vorn. Als wir für unser letztes Redaktionsfest ein Rote-Bete-Carpaccio zubereiteten, hieß es danach erst einmal: eine Viertelstunde Hände schrubben. Dabei kam uns die Idee. Wenn das Gemüse die Haut so intensiv färbt, müsste das doch auch bei Stoff gehen. Die intensiven Farben von Roter Bete, Rotkohl oder Heidelbeeren begeisterten uns sowieso schon lange. Unsere Textilexpertin Mikelo machte sich also daran, verschiedene Stoffarten mit Gemüse in Blau und Lila zu färben, um daraus hübsche Wohnaccessoires zu fertigen. Sie schnibbelte, kochte, probierte – und lüftete, denn Kohlund Zwiebelduft durchzogen das Haus. Das Ergebnis war überraschend: Rotkohl ergab ein hübsches Hellblau, die kräftige Rote Bete färbte Stoff hellrosa, und die roten Zwiebeln zauberten ein helles Gelb. Nur die Heidelbeeren schnitten weniger gut ab, der Stoff wurde ledigleich leicht graublau. So hat Mikelo es gemacht: Das geschnibbelte Gemüse wird mit viel Wasser aufgekocht, über Nacht ziehen gelassen und dann aus dem Sud genommen. Vor dem Färben den Stoff bei 60 Grad waschen und mit Alaun beizen. 

Das Färbegut wird dann tropfnass in eine große Schüssel gelegt, die das aufgekochte Farbbad und etwas Essig enthält. Der Stoff muss vollständig bedeckt sein. Ab und zu umrühren, sonst wird’s scheckig. Das Färben dauert etwa zwei Stunden. Der rote Pflanzenfarbstoff ist empfindlich. Die Anthocyane zerfallen im basischen Milieu und an der Sonne schnell. Deshalb zum Waschen pH-neutrale Mittel verwenden und die Stoffe zum Trocknen nicht in die Sonne hängen. Unser Fazit: Mit Naturfarben färben ist mühsam – wer leuchtende Farben will, kommt an der Chemie nicht vorbei. Sanfte, harmonische Töne bekommt man mit Gemüse & Co. allerdings gut hin.

Quadratische Kissen (für 1 Kissen von 40 x 40 cm)

Das brauchen Sie:
Etwa 45 cm Baumwollstoff „Broderie Anglaise“ in Weiß (Blumenmuster-Stickerei mit kleinen Löchern), Nähgarn, Nähmaschine, Schere, Kisseninlet

So geht’s: 
1. Die schöne Kante mit der Borte weiß lassen. Den übrigen Stoff auf ca. 100 cm färben.
2. Stoff so zuschneiden, dass zwei Stücke (ein weißes und ein gefärbtes)für die Vorderseite (mit je 44 cm x 30 cm) und ein Stück mit 44 cm x 40 cm für die Rückseite entstehen.
3. Beide Vorderteile rechts auf rechts legen und in der Mitte zusammennähen.
4. Dann die zusammengenähte Vorderseite rechts auf rechts auf die Rückseite legen und die Stoffstücke ringsum zusammennähen. Das Inlet einstecken.

Eier

Das brauchen Sie:
Alte Strumpfhosen, kleine Blätter, Blüten, Zweige und andere Naturmaterialien, hart gekochte Eier

So geht’s: 
Die Blätter auf die Eier legen und den Strumpf darüberziehen. Den Strumpf oben und unten fest verknoten, sodass das Blatt eng am Ei anliegt. An einen Stock feststecken. Dann 10 Minuten in ein Färbebad legen und anschließend im Strumpf trocknen lassen.

Lampe

Das brauchen Sie:
Ein Lampenschirmgestell, gefärbten Seidenstoff passend zum Lampenschirm, Nähgarn und Nähnadel oder wahlweise Klebstoff

So geht’s:
1. Den unteren und oberen Umfang der Lampe abmessen und den Stoff mit etwas Zugabe zuschneiden. Einfach geht’s auch, wenn Sie das Lampenschirmgestell über den Stoff rollen und dabei die Größe mit etwas Zugabe gleich direkt vorzeichnen.
2. Dann den Stoff seitlich zunähen und über das Gestell ziehen. Das obere und untere Ende des Stoffes über den Eisenring schlagen und per Hand umnähen oder festkleben.
3. Topaktuell: sanfte Farbverläufe.
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