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Wir filzen eine Krippe

Weihnachtsbäckerei mal anders: Mit Keksausstechern formen wir nicht nur den Teig, sondern basteln auch filzige Krippenfiguren.

Spätestens wenn Mutti die Kiste mit dem Weihnachtsschmuck vom Dachboden holt und mit dem Auspacken von glitzernden Kugeln, bunten Anhängern, langen Lichterketten und weihnachtlichen Fensterbildern beginnt, entsteht die Vorfreude aufs Fest. Höhepunkt beim Dekorieren ist in vielen Familien der Moment, wenn die Weihnachtskrippe zum Vorschein kommt und die Kinder vorsichtig mithelfen dürfen, die kostbaren und zerbrechlichen Figuren an ihren Platz in dem Mini-Stall zu stellen.

 

Anschließend heißt es dann meist: „Nur mit den Augen betrachten.“ Schade, dass man mit den vielen Tieren und dem niedlichen Jesuskind nicht richtig spielen darf, stellen dann viele enttäuscht fest. Doch das muss nicht sein. Wir zeigen, wie sich Kinder ihren eigenen Stall samt Figuren basteln können. Und das Beste daran: Alles ist robust und darf zum Spielen gern in die Hand genommen werden.


Mit Wolle und Nadel

Einige Plätzchenausstecher, etwas Filzwolle, ein Stück Filzstoff, eine Filznadel sowie ein Stück Schaumstoff – das ist schon alles, was man für den selbst gebastelten Bethlehemstall braucht. Alle Materialien lassen sich problemlos im Bastelladen oder im Handarbeitsbedarf besorgen. Filznadeln (spezielle Werkzeuge zum Nadelfilzen, die an der Spitze mit mehreren kleinen Widerhaken ausgestattet sind) bietet der Handel vorwiegend in drei unterschiedlichen Stärken an. Für das Filzen der Krippenfiguren ist die mittlere Variante am besten geeignet.

Die Farbe der Wolle (möglichst Märchenwolle oder Kurzhaarfilzwolle) kann farblich nach Belieben gewählt werden. Rund 25 Gramm Wolle in den Grundtönen Braun und Wollweiß sowie fünf bis zehn Gramm pro bunte Farbe reichen aus, um eine Krippe zu bestücken. Wer nicht in unterschiedliche Filzwollen investieren will oder vielleicht ein Knäuel Restwolle aus dem Schrank verwerten möchte, kann ohne Bedenken mit einer Wollsorte arbeiten – auch Krippen mit einfarbigen Filzfiguren haben ihren Charme.

Der Stall wird aus einem braunen Filzstoff (mindesten drei Millimeter dick, kein normaler Bastelfilz) genäht. Als Vorlage eignen sich Muster für Lebkuchenkrippen, mit denen man die Einzelteile auf den Stoff überträgt. Ein dickes Schaumstoffstück dient als Arbeitsunterlage und schützt die Tischplatte vor ungewollten Kratzern.


Einfach und fix gefilzt

Die Technik, die man beim Trockenfilzen anwendet, ist überhaupt nicht schwer – eine perfekte Handarbeit also für Kinder. Auf der Schaumstoffunterlage wird zunächst eine Ausstechform bis zum Rand mit Wolle gefüllt. Anschließend bearbeitet man die Wolle mit der Filznadel. Zu den wenigen Grundregeln, die es zu beachten gibt, zählt vor allem das gerade Einstechen. Ein Abbrechen der Nadel wird somit verhindert.

Damit die Krippenfiguren stabil stehen bleiben, werden sie aus zwei aneinandergefilzten Teilen hergestellt. Kleinere Figuren wie etwa die weißen Lämmer bleiben auch einfach gefilzt ohne Probleme senkrecht stehen. Farbige Details wie bunte Mäntel oder die Königskrone werden in einem zweiten Durchgang vorsichtig aufgetragen. Wichtig ist bei den Applikationen, dass die Nadel nicht zu tief in die Filzwolle dringt – die Wollfasern könnten sich sonst zu stark zusammenziehen und die Figur etwas verformen.

Wir bedanken uns bei dem Waldklassenzimmer Karlsruhe, das uns bei unserem Fototermin freundlich unterstützt hat.
Wir filzen eine Krippe - Fotos: Bodo Mertoglu
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