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Wenn Pferde neue Hufeisen bekommen

Pferde sind spannend. Ganz besonders, wenn der Hufschmied kommt, um sie neu zu »besohlen«. Exklusiv für LandIdee hat Kinderreporterin Lilly dem fahrenden Hufschmied Andreas Simsch auf die Finger geschaut – und ihn mit Fragen gelöchert.

Er wird von Pferdebesitzern oft sehnsüchtig erwartet: Andreas Simsch ist Hufschmied und hat immer alles dabei, um prächtige Vierbeiner mit neuen Eisen zu beschlagen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Hufschmied zu werden?
Ich habe mit zehn mein erstes Pferd bekommen. Seit damals fasziniert mich der Hufbeschlag. Mein Papa war Kunstschmiedemeister und hat mich in seine Werkstatt mitgenommen, so bin ich mit dem Schmieden groß geworden.

Und wie wird man Hufschmied?
Mit 16 begann ich meine Ausbildung als Metallbauer. Danach konnte ich meine Praktikumszeit als Hufschmied beginnen. Ich ging in den hohen Norden, um bei einem staatlich anerkannten Hufschmied mitzufahren. Nach zweieinhalb Jahren konnte ich meine Prüfung machen und bin jetzt selbst Hufschmied.

Was ist das Tolle an deiner Arbeit?
Ich helfe Pferden, die Probleme beim Gehen haben, die richtigen Schuhe, also Eisen, zu finden. Ich bin den ganzen Tag draußen an der frischen Luft und habe viel mit verschiedenen Pferden und Menschen zu tun – das finde ich schön.

Tut es einem Pferd nicht weh, wenn es beschlagen wird?
Nein. Das Horn, das ich wegschneide, ist das, was eh zu lang ist. Das ist wie das Nägelschneiden beim Menschen. Wenn ich mit dem heißen Eisen komme, halt ich es nur ganz kurz drauf, um zu schauen, ob es passt oder ob ich es noch anpassen muss. Beim Beschlagen selbst ist das Eisen kalt. Die Nägel werden so eingeschlagen, dass sie im Horn entlang wieder rauskommen.

Gibt es auch Hufschmiedinnen?
Ja, es gibt auch schon welche. Aber es ist halt doch körperlich sehr mühsam und deshalb für viele Frauen zu anstrengend.

Was war das Aufregendste, was du bis jetzt bei der Arbeit erlebt hast?
Das war noch in meiner Ausbildung, da haben wir für einen großen Züchter die Pferde gemacht. Er hatte all seine jungen Pferde zur Aufzucht in zwei bis drei großen Laufställen. Also waren da so 70 bis 80 Pferde auf einem Haufen, bei denen wir alle 12 Wochen die Hufe ausschneiden mussten. Allerdings wurde mit ihnen nicht allzu viel getan, weshalb einige recht wild waren.

Kannst du reiten?
Ja, ich hatte selbst schon zwei eigene Pferde. Jetzt habe ich mit meiner Freundin eine Stute, die sogar letztes Jahr ein Fohlen bekommen hat.

Gibt es Pferde, vor denen du Angst hast? Was dann?
Wilde Pferde gibt es zum Glück immer weniger. Und wenn ich doch einmal zu so einem hinkomme, darf man keine Angst haben. Das Pferd merkt das und würde dadurch noch unruhiger werden. Man muss aber Respekt haben und das dem Pferd auch zeigen.

Kümmerst du dich auch um kranke Pferde?
Ja, soweit ich das kann. Es gibt Pferde, die sich z. B. verletzen oder die Schmerzen beim Gehen haben, die brauchen dann speziell angepasste Eisen mit Einlagen. Manche haben ein spezielles Silikon drin, wodurch ihnen das Gehen leichter fällt.

Gibt es einen Unterschied beim Beruf des Hufschmiedes zwischen früher und heute?
Die Pferde früher wurden ja für schwere Arbeiten gebraucht, wie z. B. auf dem Acker zum Pflügen. Da brauchte man ganz andere Eisen als heute. Da Pferde heute hauptsächlich in Sport und Freizeit eingesetzt werden, hat sich auch der Beschlag verändert. Es gibt fast für jede Sparte andere Eisen.
Beim Hufschmied zu Besuch
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