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Selbst gemacht - die besten Heiltees

Zum Entgiften, gegen Krankheit, fürs Immunsystem, guten Schlaf und Leistungsfähigkeit: Kräuterexpertin Michaela Marx zeigt uns hochwirksame Teekräuter rund ums Jahr. Aus LandIDEE 05/2021.
Blätter, Knospen, Blüten, Stängel, Rinden oder Wurzeln, Kräuter oder Früchte: Aus so gut wie jeder Heilpflanze lässt sich ein Tee herstellen. Das weiß auch Michaela Marx aus Train, studierte Biologin und seit über 12 Jahren Spezialistin für Wild- und Heilpflanzen. Sie führt zur Umweltbildung Schulklassen und angehende Kräuterfachleute durch Wald und Flur, bildet Natur- und KräuterpädagogInnen aus, organisiert Kräuterreisen und -touren und schreibt Bücher. „Der Tee ist vermutlich die häufigste Anwendungsart, die man aus Heilpflanzen herstellt“, weiß sie. „Und ganz besonders spannend ist dabei, dass man Kräuter & Co. sowohl frisch, also saisonal, als auch getrocknet nutzen kann. Und dass diese Pflanzen in den beiden Zuständen manchmal verschiedene Wirkung erzielen können.“
 

Tee fermentieren

Besonders spannend ist Michaela Marx’ Wissen über fermentierten Tee: „Bei der Fermentation entfalten die Kräuter besonders würzige Aromen. Grundsätzlich eignet sich jedes Kraut, dass wir auch für Tee nutzen, besonders aber junge Erdbeer-, Himbeer- und Brombeerblätter.“ Diese werden zunächst für einen Tag zum Anwelken an einem schattigen Ort auf einem Tuch ausgelegt. Dann werden sie grob geschnitten und mit einem Nudelholz kräftig zerdrückt. Michaela Marx: „Jetzt kommt der eigentliche Teil der Fermentation, die Gärung: Die Blätter werden mit Wasser bespritzt, ohne dass sie triefend nass werden, fest in das Tuch eingebunden und dann für etwa drei Tage an einen warmen Ort (optimalerweise etwa 30 Grad) verbracht. Man kann die Blätter gelegentlich durchkneten, ohne dabei das Tuch zu öffnen, um die Feuchtigkeit besser zu verteilen.“ Nach den drei Tagen sollte das Knäuel rosig duften und die Blätter rötlich braun verfärbt sein. Damit die Blätter nicht schimmeln, müssen sie nun wieder, entweder bei Zimmertemperatur oder aber im Backofen, getrocknet werden. Danach kann man sie in einer luftdichten Büchse verschlossen aufbewahren.
 

Stark wie Medizin

Michaela Marx: „Einige Kräuterarten haben eine so starke Wirkung und eventuell auch Nebenwirkungen, dass sie als reine Heiltees wie Medizin eingesetzt werden. Die richtige Dosierung ist dabei wichtig.“ Vielverzehrer ab 500 ml am Tag sollten öfter das Kraut und die Sorte wechseln. Über 40 Liter Kräuter- und Früchtetee trinken die Deutschen jedes Jahr. Wie wunderbar, denn nichts hilft und tröstet, wärmt oder kühlt und heilt besser als diese pure, wohltuende Essenz unserer wundervollen Pflanzen.



KONTAKT & BESTELLEN

„Nahtour“ – Michaela Marx
Obere Dorfstraße 2
93358 Train
Telefon: +49 (0) 94 44/98 13 09
E-Mail: post@nahtour.info
 


REZEPT - TEE FÜR MEHR ENERGIE 


ZUTATEN FRISCHE PFLANZEN:

  • Engelwurz
  • Basilikum
  • Minze
  • Rosmarin

ZUTATEN GETROCKNETE PFLANZEN:
  • 10 g Zitrone,
  • 10 g Orange
  • 10 g Hagebuttenschalen
  • 10 g Sanddornfrüchte
  • 5 g Minze
  • 10 g Rosmarin
  • 5 g Engelwurz
  • 10 g Sonnenblumenblütenblätter
Text: Kati Hofacker
LandIDEE Ausgabe 05/21 Jetzt abonnieren!
Fotos: 
Birgid Allig
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