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Schürffelder für kleine Schatzsucher

Kinder graben gern – besonders, wenn es dabei etwas Tolles zu entdecken gibt. Wenn der Sandkasten zu klein wird, lohnt sich ein Familienaus in die Naturparks, die „Schürffelder“ angelegt haben. Hier können kleine Forscher Fossilien oder Schmucksteine ausgraben – und behalten!

Sophie (8) ist aufgeregt. Sie hat in einem aufgebrochenen Stein den Abdruck eines komischen Tieres gefunden – so eine Art übergroßer Käfer mit breitem, geriffeltem Panzer. Tatsächlich, ein so genannter Trilobit, unglaubliche 400 Millionen Jahre alt! Für Sophie hat sich der spannende Ausflug in den Abenteuerpark damit schon gelohnt. Ihr Bruder Jonas (6) hackt noch fleißig auf Steinen herum. Nach Fossilien suchen, sie eigenhändig aus altem Gestein freizulegen, ist Spaß und echtes Abenteuer. So lernen Kinder nicht nur etwas über die Tierwelt der Urzeit, sie erfahren auch am eigenen Leib, mit welchem Aufwand die Bergung von Fossilien verbunden ist. Im Gegensatz zu Archäologen und Paläontologen müssen die Kinder allerdings kaum fürchten, nach mühsamen Grabungen leer auszugehen: Die Betreiber der Schürffelder füllen den Boden über Nacht immer wieder mit „frischen“ Fossilien auf. Besonders toll: Was die kleinen Forscher fi nden, dürfen sie auch mit nach Hause nehmen.

BUNTES HOBBY: EDLE STEINE
Genauso spannend ist es, nach Edelsteinen zu schürfen oder besser gesagt: nach Schmucksteinen. Rosenquarz, Amethyst, Türkis und das „Katzengold“ Pyrit gibt die Erde frei – manchmal sogar schon in polierter Form –, wenn man nur fleißig danach gräbt.  Die farbenprächtigen Steine zu sammeln und auch mit anderen Interessierten zu tauschen, wird oft sogar ganz schnell zu einem leidenschaftlichen Hobby. Auf Edelsteinbörsen und im Internet findet man zahlreiche Gleichgesinnte. Kindgerechte Bücher helfen dabei, die verschiedenen Funde nach Farbe und Härtegrad ganz genau zu bestimmen. Das deutsche Mekka aller Schmuckstein-Fans ist Idar-Oberstein im Taunus. Hier gibt es zudem gigantische Kristall-Drusen in begehbaren Höhlen zu besichtigen.  

SCHÜRFFELD ANLEGEN 
Wem der Weg zu einem der Naturparks (S. 143) zu weit ist, kann es ja machen wie die Betreiber solcher Felder und selbst eine kleine „Edelsteinmine“ oder eine „Fossiliengrube“ anlegen. Dafür Schmucksteine (100 Stück im Beutel gibt es schon für ca. 5 Euro) kaufen oder aus Ton gebrannte „Fossilien-Abdrücke“ fertigen, diese dann im Sandkasten vergraben. Die Kinder werden mit Schaufel, Lupe und Pinsel begeistert danach suchen. Alle Funde müssen natürlich sorgfältig bestimmt und sortiert werden. Wenn man es spannend machen will, verbindet man die Ausgrabungen mit einer Schatzsuche: Eine alt aussehende Karte kann geheime Hinweise geben, wo es sich zu graben lohnt.  

Torsten Dewi
Schürffelder für kleine Schatzsucher
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