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Heilsteine aus der Heimat

Schon vor Tausenden von Jahren haben Menschen auf die Kraft der Steine vertraut, um körperliche Beschwerden zu lindern. Hier erfahren Sie, welche heilende Wirkung heimischen Fundstücken zugeschrieben wird. Von Angelika Krause

Niemand lässt sich gern dabei ertappen. Aber gelegentlich fällt beim Spazierengehen ein Stein am Wegrand ins Auge, den man – wie früher als Kind – einfach aufheben muss. Oft ist es ein auffälliges Farbenspiel oder eine interessante Struktur, die die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Oder die glatte Oberfläche verspricht, sich wunderbar geschmeidig in der Hand anzufühlen. Wieder andere Fundstücke beeindrucken durch ihr zerklüftetes Aussehen oder ihre bizarre Form.

Steine faszinieren
„Steine waren schon immer Zeugen der ungezähmten Urgewalten der Natur und gleichzeitig ein Symbol für die Unvergänglichkeit. Kein Wunder, dass sie eine solche Faszination ausüben“, meint Horst-Dieter Landeck, dessen Interesse für die Materie vor über zehn Jahren auf der an Mineralien besonders reichen Insel Elba geweckt wurde. Eine weitere Ursache für diese Faszination sieht er in den Wirkungskräften, die vielen Steinen zugeschrieben werden: „Jeder von ihnen hat eine eigene, ganz spezifische Schwingung, die sehr fein und klar ist. Auch wenn diese von den meisten Menschen nicht bewusst wahrgenommen wird, tritt sie in Resonanz mit den elektromagnetischen Kräften in unserem Körper – und kann dabei die Selbstheilungskräfte aktivieren oder stärken.“

Schon in der Antike haben die Gelehrten verschiedene Edelsteine sowie Tinkturen und Salben, die mit deren pulverisierten Bestandteilen zubereitet wurden, zu Heilzwecken genutzt. Im Mittelalter wurde dieser überlieferte Erfahrungsschatz in der Klosterheilkunde neu belebt. Eines der umfassenderen Werke dazu hat Hildegard von Bingen verfasst: „Physica“ (1151–1158) beschreibt die „göttlichen Heilwirkungen“ von zwölf Steinen. Vor einigen Jahren ist dieses alte Wissen wieder verstärkt in das Bewusstsein der Menschen gerückt.
Wie die Edelsteine aus fernen Ländern bestehen Gneis, Granit und Co. aus der heimischen Natur aus Kristallen, denen jeweils ganz typische Schwingungen nachgesagt werden. „Ihre Heilkraft beruht vor allem darauf, ein inneres Ungleichgewicht, das sich in einer körperlichen oder seelischen Krankheit zeigt, wieder in Balance zu bringen“, sagt Marion Tuchel, die Co-Autorin von Horst-Dieter Landeck (siehe Buchtipp). „So können sie der Entspannung und Beruhigung ebenso dienen wie der Linderung von Beschwerden und der Gewinnung von Energie und Lebensfreude.“

Zahlreiche Anwendungen
Aus der überlieferten Steinheilkunde sind zahlreiche Anwendungen bekannt – meist aber werden die Steine aufgelegt. Eine effektive Methode: Den Stein für einige Minuten in der Hand halten. „Wird er schnell warm, ist das ein sicheres Zeichen, dass der für diesen Zeitpunkt richtige Stein gefunden wurde“, so die Diplompädagogin, die sich seit einigen Jahren mit dieser Heilmethode beschäftigt. Welchem Einsatzbereich die Steine, die man bei uns in der Natur findet, jeweils zugeordnet werden, ist der Tabelle unten zu entnehmen.

Wirkungsvoller Schmuck
Soll der Stein seine Wirkung entfalten, bietet es sich beispielsweise an, ihn als Schmuck zu tragen. Neben Lochsteinen aus Flint, Donnerkeil oder Faserkalk, die man an einem Leder- oder Seidenband befestigt, kommt dabei auch der Bernstein gut zur Geltung. Das fossile Harz von Nadelbäumen, die vor etwa 50 Millionen Jahren im Ostseeraum wuchsen, zählt zu den ältesten Heilsteinen der Erde. Schon im antiken Griechenland wurde er bei der Behandlung von Hautkrankheiten aller Art eingesetzt.

Beim Auflegen wird der Heilstein möglichst direkt auf die zu behandelnde Körperstelle platziert, denn über die Haut soll er die darunterliegenden Gewebe und Organe beeinflussen. Dort verbleibt er so lange, wie sich diese Anwendung angenehm anfühlt. Man kann den Stein aber auch in die Hosentasche stecken oder über einen längeren Zeitraum nachts neben das Kopfkissen legen.

Besonders intensiv können Quarz, Granit und andere Steine wirken, wenn sie auf den sieben Hauptchakren deponiert werden. „Das sind nach der fernöstlichen Gesundheitslehre die wichtigsten Energiezentren des Körpers“, erläutert Horst-Dieter Landeck, der an der Ostseeküste als Reiki-Meister arbeitet. „Das Auflegen von geeigneten Steinen soll den Energiekreislauf des Organismus wieder ins Gleichgewicht bringen und so die Heilungsprozesse beschleunigen.“ Angefangen vom Wurzelchakra am Schambein bis hinauf zum Scheitelchakra werden beispielsweise roter Granit, gelblich-rötlicher Gneis, gelber Quarzit, grüner Epidot, blauer Quarz, Quarzit mit violettem Schimmer und weißer Quarz empfohlen. Dabei kann man alle sieben Steine etwa 15 Minuten auflegen oder nur einen einzigen.Bewährte Kombination
Bewährt haben sich Heilsteine gleichfalls in Kombination mit Akupressur. Durch die Stimulierung der entsprechenden Punkte mit den richtigen Steinen – ein Flint bei Kopfschmerzen oder ein blauer Quarz bei Atemwegserkrankungen – soll sich die Wirkung der Akupressur erheblich steigern lassen.

Der eben erwähnte Flint eignet sich  wie viele weitere Heilsteine auch zum Ansetzen von Steinwasser, das zum Trinken, für Wickel, Kompressen und Umschläge oder zum Baden verwendet wird. Die Zubereitung geht schnell: Sie werden einfach ins Wasser hineingelegt. Marion Tuchel: „Das kann man aber nicht mit Steinen machen, die ans Wasser Mineralien abgeben oder sich darin auflösen. Ihre Schwingung wird stattdessen von außen mithilfe eines Bergkristalls eingestrahlt.“ Mit dieser Methode stellt man etwa Steinwasser vom Gneis her, der nicht nur das Immunsystem und die Abwehrkräfte stärken, sondern ebenso den Stoffwechsel anregen soll. Der Gneis mit seinen typischen Streifen ist übrigens fast überall bei uns zu finden.

Steinöl für die Haut
Genauso schnell wie Steinwasser werden Steinöle zubereitet. Sie benötigen nur etwas mehr Zeit, um sich zu entfalten – etwa drei Tage. Die eingelegten oder eingestrahlten Steine sollen die positiven Kräfte der Öle verstärken, die zur Pflege der Haut, für Einreibungen oder zur Massage verwendet werden. Ein Olivenöl mit weißem Flint wird etwa bei Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt, Linderung bei Gelenkschmerzen verspricht man sich durch Auftragen eines Sonnenblumenöls, das mit weißem Kalkstein veredelt wurde.

Heilende Elixiere
„Weniger bekannt, aber sehr effektvoll ist die Anwendung von Steinelixieren“, ergänzt Horst-Dieter Landeck, der sein Wissen regelmäßig in Seminaren und Vorträgen weitergibt. Diese Heiltränke – hergestellt mit Alkohol, Steinen und unterstützenden Kräutern – müssen etwa zehn Wochen an einem warmen Ort stehen, bevor man sie einnimmt oder auf die Haut aufträgt. Ihre Kräfte sollen sie entsprechend dem Einsatzbereich der verwendeten Steine entfalten. Demnach stärkt ein Elixier mit Bernstein und Thymian oder Salbei die Abwehr und fördert die Gelassenheit. Körperlich und geistig anregend wirkt dagegen ein Elixier mit Schneequarz.

Die Steine, die in Alkohol oder Öl eingelegt wurden, putzt man nach Gebrauch mit einem milden Spülmittel. Alle anderen werden regelmäßig einige Minuten unter fließendem kaltem oder lauwarmem Wasser gesäubert und von aufgenommenen Energien befreit. „Auch Schmucksteine, die man am Körper trägt, sollten immer wieder gereinigt und entladen werden. Statt Wasser, das Fassungen oder Aufhänger oxidieren lässt, empfiehlt es sich, sie für einige Stunden in eine Schale mit Hämatitsteinen zu legen“, rät die Expertin. Nach der Reinigung müssten die Steine aufgeladen werden. Dazu stellt man sie in die Sonne – oder bei trüben Wetteraussichten in einen Hohlkörper aus Bergkristall oder Amethyst.

Ausstellung im Lichthof
Wer Ende April an der Ostsee Urlaub macht, hat auf dem „Lichthof-Landmarkt“ (siehe unten) Gelegenheit, sich am Heilstein-Stand von Horst-Dieter Landeck beraten zu lassen.
Fotos: Peter Raider
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