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Heilende Erde

Seit Jahrtausenden nutzen die Menschen Erde und Lehm aus mineralhaltigem Urgestein zur Behandlung verschiedener Erkrankungen. Heilpraktikerin Monika Mayer zeigt uns, wie das bewährte Hausmittel aus der Natur richtig eingesetzt wird.

 Dem Instinkt ihrer Kühe und Ziegen haben unsere bäuerlichen Vorfahren bereitwillig vertraut: Als sie beobachteten, wie kranke Tiere bevorzugt Erde aßen oder sich im Schlamm wälzten, wurden sie auf die heilenden Substanzen in bestimmten Böden aufmerksam. In der Volksmedizin nahm das Wissen um die gesundheitsfördernden Kräfte der Erde einen bedeutenden Platz ein: Sie kam bei Blähungen, Sodbrennen oder Durchfall genauso zum Einsatz wie bei Halsentzündungen, Ekzemen, eiternden Wunden, Hexenschuss, Rheuma, Krampfadern oder Verbrennungen.

„Viele dieser Wirkungen wurden inzwischen wissenschaftlich untersucht und belegt“, bestätigt die Münchner Heilpraktikerin Monika Mayer, die in ihrem Buch „Natürlich gesund mit Heilerde“ (AT Verlag, 17,90 Euro) ausführlich über die Anwendung des uralten Hausmittels informiert. Seit ihrer Jugend experimentiert sie – angeregt von ihrer Mutter – mit Heilerde und ist heute noch fasziniert von dem breiten Wirkungsspektrum, welches das „Medikament“ aus der Naturapotheke bietet.

Wichtige Mineralstoffe
Heilerde ist durch Zersetzung und Ablagerung von eiszeitlichem Urgestein entstanden und bietet außer Jod alle lebenswichtigen Mineralstoffe in ihrer natürlichen Zusammensetzung. Monika Mayer: „Der Hauptbestandteil ist zu rund 50 Prozent Kieselsäure. Andere elementare Inhaltsstoffe, deren Zusammensetzung sich von Fundort zu Fundort unterscheidet, sind Aluminiumoxid, Kalziumoxid und Eisenoxid sowie weitere Spurenelemente.“ Je nach Verteilung dieser Substanzen haben die in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern erhältlichen Heil-, Mineral- und Tonerden eine grüne, graue, weiße, braune, rote oder gelbe Farbe.

Äußerlich wird das alte Hausmittel meist feucht eingesetzt. Als Brei angerührt, entfaltet es in Form von Masken, Packungen und Pflastern seine wohltuende Wirkung. Wickel und Auflagen werden ebenfalls mit Paste bestrichen oder in konzentriertem Heilwasser getränkt. Bei diesen Anwendungen trocknet die Heilerde von innen nach außen ab. „Dadurch entsteht ein Sog, der entzündungsbegleitende Krankheitskeime, Giftstoffe, Stoffwechselprodukte und Wundsekrete nach außen ableitet“, erklärt die Naturheilpraktikerin.

Bei Sport- oder Hautverletzungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats, Weichteilrheuma, Schwellungen und Fieber sind die Umschläge kalt.
Der Wärmeentzug lindert die Schmerzen und Entzündungen, die darauffolgende Erweiterung der Gefäße hat eine bessere Durchblutung der Haut zur Folge, und das Gewebe wird verstärkt mit wichtigen Nährstoffen versorgt. 
Grippe, Bronchitis, Ischias, Nervenentzündungen, chronische Rückenschmerzen oder Muskelverspannungen werden mit warmen Wickeln oder Auflagen gelindert. Dabei ist zu beachten, dass Heilerde nie direkt, sondern nur mithilfe einer Wärmflasche oder eines Wasserbads erhitzt werden darf. Trocken als eine Art Puder auf die Haut aufgebracht fördert die mineralische Erde bei Verletzungen, Ausschlägen, Verbrennungen, Sonnenbrand, Ekzemen oder Insektenstichen die Wundheilung. 

Für die innere Anwendung empfiehlt es sich, ein besonders fein gemahlenes Produkt zu verwenden. Dieses wird direkt eingenommen und mit einem Glas Flüssigkeit hinuntergeschluckt, kann aber auch in Wasser oder Tee aufgelöst werden. Dazu ein Rat der Expertin: „Grundsätzlich sollte man bei allen inneren und äußeren Anwendungen keine Löffel, Tassen oder Schüsseln aus Metall benutzen, da das Material durch eine chemische Reaktion die Wirkung der Heilerde beeinträchtigen kann.“
Bei der Einnahme werden krankheitsauslösende Stoffwechsel- und Darmgifte, überschüssige Magen- und Gallensäure, Bakterien, Pilze und sogar Cholesterin gebunden und ausgeschieden. Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Aminosäuren dagegen bleiben dem Körper erhalten. „Heilerde reinigt nicht nur das Verdauungssystem, sondern entgiftet den gesamte Organismus und stabilisiert das Immunsystem“, erläutert Monika Mayer. „Deshalb sind viele Menschen, die sich wegen Magen-Darm-Problemen einer Heilerde-Kur unterziehen, ganz erstaunt, dass dieses einfache Hausmittel gleichzeitig ihre Allergien, chronischen Schmerzen oder rheumatischen Beschwerden lindert.“
Angelika Krause

 
Bewährte Rezepturen aus Urgestein
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