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Heilende Düfte

Schon die alten Ägypter wussten um die geheimnisvollen Kräfte von Pflanzendüften. Die Heilpraktikerin Barbara Krähmer zeigt uns, wie ätherische Öle von Blüten, Früchten und Bäumen im Alltag wirkungsvoll eingesetzt werden. Von Angelika Krause

Wie das duftet! Nur drei Tropfen ätherisches Rosenöl hat Barbara Krähmer in die Flasche geträufelt und schon entfaltet sich ein edler Blütengeruch im Raum. Die kostbare Essenz ist eine der feinen Zutaten, aus denen die Aromatherapeutin für uns ein reichhaltiges Körperöl zubereitet. „Das ätherische Öl von Rosa gallica hat besonders viele hautpflegende Inhaltsstoffe“, so die Expertin. „Darüber hinaus besänftigt der Duft die Nerven und hebt die Stimmung – ideal für die Körperpflege an dunklen Wintertagen.“

Gerüche und Gefühle
Schon die alten Ägypter kannten den wohltuenden und heilenden Einfluss bestimmter Pflanzendüfte. Heute weiß man, weshalb sie nicht nur der Nase schmeicheln, sondern auch auf Körper,
Geist und Seele wirken: „Unser Geruchssinn steht in direkter Verbindung mit jenem Teil des Großhirns, von dem aus unsere Gefühlswelt gesteuert wird. Deshalb können aromatische Essenzen, richtig verwendet, bei Angstzuständen oder Konzentrationsproblemen genauso helfen wie bei Stress, Antriebslosigkeit oder depressiver Verstimmung“, erklärt Barbara Krähmer, die mit Co-Autorin Gerti Samel in dem Buch „Die heilende Energie der ätherischen Öle“ (Südwest Verlag, 14,95 Euro) die besten Rezepturen gegen körperliche und seelische Beschwerden vorstellt. So haben sich bei Nervosität Melisse, Lavendel, Rose, Ylang-Ylang, Sandelholz, Orange und Vanille bewährt.
Schlafstörungen lassen sich mit Römischer Kamille, Lavendel, Rose und Muskatellersalbei bekämpfen. Als Muntermacher dienen alle Minzarten, Rosmarin, Wacholder, Salbei,  Zitrone und Grapefruit. Zur Stärkung der Abwehrkräfte und Linderung von Erkältungen kommen Eukalyptus, Myrte, Thymian, Zitrone, Weißtanne und Cajeput zum Einsatz.

Kostbarstes Rosenöl
Um den Pflanzen ihre duftenden Wirkstoffe zu entziehen, sind aufwendige Verfahren erforderlich – und das schlägt sich im Preis nieder. Die Aromatherapeutin: „Eines der kostbarsten Öle ist das der Rose. Um einen Milliliter herzustellen, braucht man fünf Kilo frische Blütenblätter.“

Viel billiger als die pflanzlichen sind die synthetischen Produkte, die aber keine echte Heilwirkung haben. Die Expertin rät, auf die Etikettierung „100 Prozent naturrein“ zu achten. Das bedeutet, dass das ätherische Öl nicht durch Auszüge oder Beimengungen verändert wurde. Innerlich sollten Aromaöle nur auf Rat eines Therapeuten angewendet werden.
Am einfachsten setzt man sie als Raumdüfte ein, etwa in einer Aromalampe: In die Schale werden mit etwas Wasser einige Tropfen der Öle gegeben, in diese Jahreszeit passt eine Mischung aus Mandarine, Blutorange, Zimt und Weißtanne, die das Zimmer mit vorweihnachtlicher Stimmung erfüllt.  Auch Keramikduftsteine oder Kräutersäckchen, auf die ätherische Öle unverdünnt geträufelt werden, verströmen die Wohlgerüche einige Stunden lang.

Duftende Anwendungen
Weitere duftende Anwendungsmöglichkeiten bieten sich mit Körper- und Massageölen, Fuß- und Vollbädern, Inhalationen, Kompressen und Raumsprays. Da man Aromaöle wegen ihrer hohen Konzentration nicht unverdünnt auf die Haut auftragen sollte, werden sie bei der Körper- und Gesichtspflege mit hochwertigen Basisölen – etwa Jojoba- oder Mandelöl –
verdünnt.

Um die schlecht wasserlöslichen Essenzen als Badezusatz nutzen zu können, braucht man Meersalz oder Sahne als Emulgator. „Ätherische Öle lassen sich sehr gut miteinander kombinieren. Deshalb eignen sie sich auch für die Zusammenstellung eines ganz persönlichen, kostbaren Naturparfüms“, ergänzt Barbara Krähmer.
Angelika Krause
 
HEILENDE DÜFTE
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