LandIDEEn

Frische Gesundheit

In ihrem wunderschönen Alchemilla-Hofladen in Bad Feilnbach bietet Agnes Pfeiffenthaler nicht nur Handwerkskunst, Deko und hausgemachte Köstlichkeiten, sondern zaubert auch wirkstarke Kräutermedizin aus der Region.


Ein Laden wie im Paradies: Über und über voll mit herrlichen Dekoartikeln, handgemachter Ware aus der Region, Steingut, Vasen, Tees, selbst gemachten Kräutersalzen, Ölen und Marmeladen und faszinierenden Heilkräutern. Es duftet nicht nur nach Kräutern, Honig und Tee, sondern auch verführerisch nach Kuchen und Kaffee, die die Ladeninhaberin Agnes Pfeiffenthaler bereithält. Nicht umsonst war Agnes 25 Jahre lang Wirtin im Gasthaus Pfeiffenthaler, welches jedoch inzwischen ihre Familie übernommen hat. Stattdessen schrieb Agnes Koch-, Heil- und Brauchtumsbücher, verschaffte sich in verschiedenen Kräuterschulen immer mehr Heilwissen und widmete sich mit dem Laden, Kräuterkursen und -wanderungen ihrer Passion.

Welche Minzsorte kann was?

„Ich bezeichne mich gerne als Alchemistin“, lacht sie und führt uns zu ihrer Ansammlung von Minzarten. Agnes Pfeiffenthaler: „Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Minzen. Zum einen stark mentholhaltige und damit heilwirksame Minzen wie Pfefferminze (Mentha × piperita), die Arzneipflanze 2004 war, Japanische Minze (Mentha arvensis var. piperascens) oder Ackerminze (Mentha arvensis). Menthol wirkt desinfizierend, duftet stark und ist oft auch verdünnter Bestandteil von Salben und Einreibemitteln gegen leichte Verbrennungen, Insektenstiche oder Juckreiz. Zum anderen gibt es die Minzen mit weniger Menthol.“

Kühl-Trick der Minze

Dieses Menthol hilft bei Schnupfen und Sportverletzungen: es wirkt kühlend, weil es an den Kälterezeptoren der Haut andockt. Deshalb entsteht in den Kälterezeptoren der Muskeln ein kühlendes Gefühl und in der Nase der Eindruck, dass man beim Inhalieren freier atmet. So wurde Menthol auch ein beliebtes und wirkstarkes Mittel bei Erkältungen. Doch Minze ist reizend, kann bei Überdosierung gefährlich werden und darf auf keinen Fall bei Babys und Kleinkindern unter drei Jahren angewendet werden. Agnes Pfeiffenthaler schätzt trotzdem die sowohl anregende als auch entspannende Wirkung und nutzt Minze – gemeinsam mit Harz – gerne als Räucherware. „Minze soll geräuchert positive Erlebnisse anziehen, heilen und reinigen.“

Tee zum Frühstück

Ihr Tipp für den Teegenuss mit Minze: „Am besten trinkt man Minztee morgens, da er auch den Magen reizen kann. Dann kann man die antiseptischen und schleimlösenden Eigenschaften, ihren Geschmack und ihre Heilwirkung in vollen Zügen genießen.“
Andere Minzarten wurden auf Geschmack gezüchtet und enthalten weniger Menthol: Marokkanische Minze, Mojitominze, Apfel- und Ananasminze, Erdbeer-, Grapefruit-, Feigen-, Limonen-, Orangenund Schokominze.
Dazu gibt es aber auch die kriechende Poleiminze (Mentha pulegium). Mit ihrem toxischen Pilegon wurde sie im Mittelalter als Abtreibungsmittel genutzt, oft mit tödlichem Ausgang. Dafür aber wirkt sie als Insektizid und vertreibt Flöhe.


Pfefferminzfussbad zur Muskelentspannung und Kühlung, gegen Fussschweiss     

Zutaten: 
  • 3 Handvoll Minzblätter
  • 100 g grobes Meersalz
  • 3 l Wasser
Zubereitung:
  1. Minzblätter und Meersalz in eine Fußwanne geben
  2. Mit kochendem Wasser übergießen und mit einem Löffel umrühren, bis sich das Salz aufgelöst hat.
  3. Warten, bis das Bad circa 35 Grad hat. Dann die Füße 10 Minuten darin baden 
Anwendung:
Täglich bis zu 3 x bei großer Hitze oder zur Muskelentspannung. Man kann das Ganze auch als Vollbad genießen. Dazu 400 g Minzblätter und 1 kg Salz verwenden.


Kontakt
Agnes Pfeiffenthaler
Alchemilla Hofladen
Kufsteiner Str. 10
83075 Bad Feilnbach
Tel. +49 (0) 80 66/90 62 89
www.alchemilla-hofladen.de 

 
Text von Kati Hofacker
LandIDEE Ausgabe 03/20 Jetzt abonnieren!
Fotos: 
Birgid Allig
Mehr zum Thema