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Fährtenlesen im Schnee

In jedem Kind steckt ein kleiner Pfadfinder: Spurensuche ist ein tolles Abenteuer für die ganze Familie. Besonders im Neuschnee – aber auch in feuchtem Erdboden – kann man viele bekannte Tiere an ihren Abdrücken erkennen. LandIdee gibt tolle Tipps für neugierige Adleraugen.

Spuren und Fährten sind einzigartig, fast wie Fingerabdrücke: Praktisch jedes Tier im heimischen Wald ist daran genau zu identifizieren. Sie geben  nicht nur Auskunft, was sich in der Gegend herumtreibt – oft kann man sogar erkennen, ob Hase oder Reh in Eile waren, vielleicht sogar auf der Flucht! Auch Geschlecht und Alter lassen sich manchmal bestimmen.

Nach Regen oder Neuschnee ist gemeinhin die beste Zeit, um der Tierwelt nachzuspionieren. Wer es seinen Kids dabei leichter machen will, packt sie in Kleidung, die ruhig schmutzig werden darf – und gibt ihnen vielleicht noch ein Vergrößerungsglas mit auf die Spurensuche. Beim sogenannten Schalenwild (Hirsche, Wildschweine, Gämse) nennt man das Trittsiegel „Fährte“, bei denanderen (Hase, Eichhörnchen) dagegen „Spur“. Man unterscheidet außerdem noch zwischen den „Sohlengängern“ (Dachs), „Zehengängern“ (Fuchs), und „Zehenspitzengängern“ (Schalenwild) – je nachdem, wie die Tiere auftreten.

FÄHRTENSUCHER UND SPURENSPIONE
Relativ häufig zu finden sind z. B. die Spuren von Füchsen, weil diese sich in den letzten Jahrzehnten immer näher an den Menschen herangetraut haben – in Berlin sieht man die Räuber mitunter schon in der Innenstadt umherlaufen! Füchse hinterlassen oft auch kuriose Löcher in Feldern, wenn sie auf der Jagd sind. Das liegt daran, dass sie Mäuse unter der Schneedecke nach Gehör jagen und dann aus dem Stand einen beeindruckenden „Köpper“ in die weiße Pracht hinlegen.

Marder wiederum bewegen sich springend vorwärts, und weil sei dabei die Hinterfüße in die Abdrücke der Vorderfüße setzen, sind nur zwei parallele, aber undeutliche Spuren zu erkennen.

RESPEKT VOR DEN TIEREN BEWAHREN
Es liegt in der Natur der Sache, dass der eifrige Spurensucher die frischesten Abdrücke finden möchte. Manchmal trifft er dabei noch auf die Tiere, von denen diese Abdrücke stammen. Dann gilt die Faustregel: still und leise zurückziehen! Futterstellen und Schutzzonen sollte man sowieso meiden, besonders in der Dämmerung, wenn viele Arten aktiv sind. Denn gerade im Winter brauchen z. B. Hase und Wild alle Kräfte, um zu überleben. Wenn
man sie unvorsichtigerweise erschreckt und sie flüchten müssen, geht ihnen wichtige, vielleicht sogar lebenswichtige Energie verloren.

Viel Spaß bei der „Jagd“ nach Abdrücken, die Eindruck machen!
Torsten Dewi
Fährtenlesen im Schnee
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