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Gesundheit

Dem Körper natürlich einheizen

Mit Schneeregen, Graupelschauern und Hochnebel zeigt sich der Winter auch im neuen Jahr von seiner ungemütlichsten Seite. Warme Bekleidung ist nur eine Möglichkeit, sich vor der Kälte zu schützen. Die Heilpraktikerin Heike Maringer weiß, wie wir unserem Organismus ganz natürlich einheizen können.
Mit herzhaften Suppen, anregenden Bädern und durchblutungsfördernden Salben wird uns schnell warm © Peter Raider
Mit herzhaften Suppen, anregenden Bädern und durchblutungsfördernden Salben wird uns schnell warm

 

Schon seit Hunderten von Jahren wissen die Menschen auf dem Land, dass einige der Pflanzen in der heimischen Natur ganz besondere Kräfte besitzen: Sie fördern Durchblutung, Kreislauf und Stoffwechsel, wärmen von innen wie von außen und bringen den Organismus in der kalten Jahreszeit so richtig in Schwung.

Anregende Teemischungen

„Mit Lindenblüten, Holunderblüten und -beeren, Brennnesseln, Rosmarin und vielen weiteren Kräutern, Früchten, Harzen und Wurzeln wurden seit jeher schweißtreibende Tees, heiße Wickel und Kompressen sowie wärmende Badezusätze, Salben und Öle hergestellt, die die Körperfunktionen anregen und heilende, reinigende oder stärkende Prozesse aktivieren können“, erklärt die Heilpraktikerin Heike Maringer auf dem Rindbachhof im schönen Freilichtmuseum von Erding, wo das Leben und Arbeiten der Menschen im 19. Jahrhundert besonders anschaulich dargestellt wird. „Neben diesen altbewährten heimischen Zutaten kennen wir heute aber auch viele Exoten aus Mittel- und Südamerika oder Asien, die ebenfalls die Wärmeproduktion fördern. So bringen sie unseren Organismus, der im Winter oft der Kälte und Nässe ausgesetzt ist, wieder ins Gleichgewicht, schenken uns neue Energie und wecken die Lebensgeister.“ Diese „Einheizer“ haben dabei einen sehr angenehmen Nebeneffekt: Weil sie auch Verdauung, Stoffwechsel und Fettverbrennung anregen, sind sie gegen Ende des Winters die idealen Begleiter für eine entschlackende Kur.

Der klare Favorit der Heilpraktikerin unter diesen Exoten ist der Chili. Die Schote, für deren Schärfe und gesundheitsfördernde Wirkung der Inhaltsstoff Capsaicin verantwortlich ist, entfaltet ihre durchblutungsfördernden, kreislaufanregenden, schweißtreibenden und allgemein stärkenden Eigenschaften ganz einfach – als Speisewürze. So kommen auch ihre antibakteriellen und keimtötenden Qualitäten zum Einsatz, die in der Erkältungszeit sehr gefragt sind. Für die äußere Anwendung als Einreibung zur Förderung der Durchblutung bei Verspannungen und Kältegefühl können die klein geschnittenen Kapselfrüchte auch in Alkohol oder einem guten Pflanzenöl ausgezogen werden – vier bis fünf Wochen stehen lassen, danach abseihen. Aber Vorsicht bei allen Zubereitungen mit Chili: den Kontakt mit Schleimhäuten und Augen strikt vermeiden und danach die Hände gründlich waschen.


Wärmende Gewürze

Im Einkaufskorb von Heike Maringer entdecken wir weitere Gewürze: Nelken, Kardamom, Vanille, Sternanis, Piment, Zimt. „Wegen ihres Geschmacks verwenden wir sie gerne in der kalten Jahreszeit – aber gleichzeitig wärmen sie uns“, erklärt die Ernährungsberaterin.
„Zimt beispielsweise hat stark stimulierende Eigenschaften und kann – als Zutat im Tee oder im Essen – nach der chinesischen Heilkunde nicht nur bei Kreislaufschwäche, Durchblutungsstörungen und niedrigem Blutdruck empfohlen werden, sondern ebenso bei allgemeinen Erschöpfungszuständen oder zur Regeneration nach einer Krankheit.“
Ein weiterer bewährter Schweißtreiber in ihrem Korb ist der Ingwer. Die Knolle wird innerlich als Tee oder Gewürz, äußerlich als Badezusatz, Einreibung oder Massageöl angewandt und regt alle Körperfunktionen an – ein echtes Lebenselixier für alle Menschen, die schnell frieren. Wer fit in den Frühling starten will, erhält mit dem Ingwer außerdem ein hochwirksames Entgiftungsmittel, das den Organismus bei der Ausleitung von Schadstoffen unterstützt.


Traditionelle Wintergemüse

„Nicht zuletzt zählen zu den Nahrungsmitteln, die uns von innen wärmen, auch unsere traditionellen Wintergemüse“, ergänzt Heike Maringer. „Kürbis, Kohl, Lauch, Fenchel, Kartoffeln, Karotten und Petersilienwurzeln heizen ordentlich ein, genauso die Früchte unserer Hasel- und Walnussbäume. Hier brauchen wir uns eigentlich nur an den Rezeptbüchern unserer Großmütter zu orientieren, die in der kalten Jahreszeit ausschließlich mit saisonalen Zutaten gekocht haben.“
 

Heisse Schokolade mit wärmenden und anregenden Gewürzen

ZUTATEN:
  • 200 ml Milch oder Pflanzenmilch
  • 50 g Bitterschokolade
  • 1⁄4 TL Chilipulver
  • etwas Kardamom (gemahlen)
  • 1⁄4 TL Zimtpulver
  • 1 Prise Salz

ZUBEREITUNG:
Alle Zutaten zusammen vorsichtig erhitzen, bis die Schokolade geschmolzen ist.

Chili stärkt den gesamten Organismus, Kardamom fördert die Durchblutung und den Stoffwechsel, Zimt bringt den Kreislauf auf Trab.

Viele weitere interessante Rezepte, die dem Körper natürlich einheizen, finden Sie in der aktuellen Ausgabe der LandIDEE.




 
Text von Angelika Krause
LandIDEE Ausgabe 01/17 Jetzt abonnieren!
Fotos: 
Peter Raider
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