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Rezept

Eis ohne Maschine selber machen

Die junge Landwirtin aus dem oberbayerischen Isarwinkel macht aus der Milch ihrer Kühe köst- liches Speiseeis. In ihrer Wohnküche zeigt sie uns, wie man die kalten Schleckereien selbst zubereitet.
Von Angelika Krause

Das schmeckt ja wie früher!“ Über dieses Kompliment, das ihr schon viele Eisliebhaber gemacht haben, freut sich Monika Kniegl immer wieder ganz besonders. Die junge Bäuerin aus der oberbayerischen Gemeinde Wackersberg bekommt das Genießer-Lob für ein nicht ganz alltägliches Nebenprodukt ihrer Landwirtschaft: Bauernhofeis. Einen Großteil der Milch, die ihre 20 Kühe geben, verarbeitet sie zu einem ganzen Sortiment an kalten Köstlichkeiten weiter. Kein Wunder also, dass Wanderer, die ein sonniger Wiesenweg über den im Jahr 1612 urkundlich erstmals erwähnten Beindlhof führt, hier gern eine kleine Pause einlegen.

„Vor ein paar Jahren habe ich nach einem zweiten Standbein gesucht, das sowohl zu unserer Familie wie auch zur ländlichen Kultur und in die Region passt“, erklärt Monika Kniegl, die den Hof mit zehn Hektar Grund gemeinsam mit ihrem Mann und der Schwiegermutter bewirtschaftet. Inspiriert von einem Bauern in Österreich begann sie, mit der Eisherstellung zu experimentieren und sie war schnell fasziniert von der soliden Mischung aus Handwerk und Kreativität. Kurz entschlossen wurde die Garage 2005 zu einer professionellen Eisküche umgebaut – ein Paradies für alle kleinen und großen Naschkatzen!

Neben den Klassikern Schokolade, Vanille, Erdbeer und Nuss fließen hier je nach Erntezeit verschiedene fruchtige Schleckereien in die Becher: Birne-Ingwer, Apfel-Thymian oder Apfel-Calvados, Joghurt-Himbeere, Buttermilch-Heidelbeere und viele weitere Sorten, die mit ungespritztem Obst und Kräutern vom eigenen Hof oder aus der Region verfeinert sind.

Geschamack von Früher

Heute lassen sich neben den Wanderern auch die Gäste von Wirtshäusern, Cafés und Berghütten in ganz Oberbayern das Beindlhof-Eis munden. „Warum es wie früher schmeckt, ist kein großes Geheimnis“, meint die Bäuerin. „Es wird mit frisch gemolkener Milch der höchsten Güteklasse und der daraus gewonnenen Sahne hergestellt. Und im Gegensatz zu industriell gefertigten Produkten ist es nicht mit Luft aufgeschäumt und enthält keine künstlichen Zusatzstoffe.“

Deshalb empfiehlt die Mutter zweier Kinder, die exklusiv für die Leser der LandIdee ein Rezept für Lavendel-Vanille-Eis kreiert hat, auch zum Selbermachen Bio-Milch und naturbelassene Zutaten zu verwenden. Mit einer Eismaschine ist es gar nicht schwer, die gefrorenen Naschereien in der eigenen Küche zuzubereiten. Geräte mit Kühlakku werden schon ab  60 Euro angeboten, hochwertige Kompressormaschinen dagegen kosten bis zu 700 Euro. Etwas aufwendiger ist es, Eis von Hand herzustellen. Dafür muss man die Masse in einem Behälter etwa zwei Stunden im Gefrierschrank aufbewahren, anschließend mit dem Mixer oder Schneebesen durchrühren und wieder in die Kühlung geben. Diesen Vorgang sollte man alle zwei Stunden wiederholen – bis das Ganze eine cremig-lockere Konsistenz hat.

So geht’s ohne Maschine

Ein Tipp der Expertin: „Ein Sorbet – etwa aus Aprikosen, Erdbeeren oder Pfirsichen – lässt sich auch ohne Eismaschine leicht herstellen:
  • 300 g  gefrorene Früchte
  • 200 ml Sahne
  • 60 g Puderzucker
in den Mixer geben, gut vermischen – fertig!“ Für ein erfrischendes Sommergetränk sticht man mit dem Löffel drei Kugeln aus, gibt sie in ein Glas mit Eiswürfeln und kalter Buttermilch und garniert das Ganze mit Minzblättchen. Wer seinen Gästen eine Eistorte servieren möchte, kommt ebenfalls ohne Maschine aus. „Das Topfen-Beeren-Parfait sieht beeindru-ckend aus, ist aber leicht zu machen“, versichert Monika Kniegl. „Und es ist besonders praktisch, weil es nicht schmilzt wie Eis.“

Wichtig dabei:
Die Früchte gut im Zucker ziehen lassen und nicht zu viele Schichten auf den Boden geben – weil die Masse sonst in der Tiefkühltruhe zu fest wird. Grundsätzlich empfiehlt die Landwirtin, nur so viel Eis selbst herzustellen und im Gefrierschrank aufzubewahren, wie innerhalb einer Woche auch Hansi (5) und Helena (2) schwören auf die Klassiker im Eissortiment der Mama Lieblingseis: Schoko-Erdbeer gegessen wird – weil es sonst zu stark kristallisiert: „Bei kleineren Mengen kann man sich außerdem unbedenklich auch einmal an eine eigene, kreative Zutatenkombination wagen.

“Zeit zum Ausprobieren neuer Kreationen hat die fachlich geprüfte Speiseeis-Herstellerin häufig nur im Winter. Dann kann sie das eigene Eis auch richtig genießen. „Im Sommer müssen wir bei der Herstellung von täglich 180 l immer wieder Geschmackstests machen, deshalb habe ich eher in der kalten Jahreszeit wirklich Lust darauf“, gibt sie zu. Für gemütliche Stunden am warmen Kachelofen gibt es natürlich auch das passende Eis im Sortiment – mit Zwetschgen, Rotwein, Bratapfel, Mohn, Marzipan oder Zimt.
Angelika Krause 
Eis ohne Maschine selber machen - Fotos: Nick Stand
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