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Gesundheit

Süße Wohltat


Im Sommer ist im Garten Hochsaison für Kräuter und Blüten. Eingekocht zu Sirup, kann man nicht nur ihr Aroma erhalten, sondern auch ihre gesunde Wirkung auf den Körper nutzen.
Heilsirupe © Peter Raider


Heilkraft und Aroma bewahren

"Ob Kräuter oder Blüten – was auf der Wiese oder im Beet wächst, verkoche ich zu Sirup“, sagt Christa Schlögel, während sie fein säuberlich die Blätter von den Minzstängeln pflückt. In den warmen Sommermonaten, wenn ihr Garten und die Wiesen um den Seeleitenhof südlich vom Starnberger See in den unterschiedlichsten Grüntönen leuchten und sich mitten hinein bunte Blüten mischen, ist die Kräuterpädagogin fast täglich mit ihrem Körbchen unterwegs. Von Lindenblüten und Rosenblättern über Minze, Melisse und Salbei bis hin zu Schafgarbe landet alles darin, was die Natur hergibt. Eine ihrer Lieblingszubereitungen aus den Kräutern und Blüten ist Sirup. Im Flur, im Seminarraum, im Bauernschrank – überall sieht man die geschwungenen Glasflaschen, gefüllt mit Sirupen in den unterschiedlichsten Farben: Dunkel bernsteinfarben und kräftig sieht der Kräuter-Sirup aus, intensiv rot der Sud aus Malvenblüten, zart rosa hingegen der Sirup aus Salbeiblättern und -blüten. „Mit den vielen unterschiedlichen Sirupen verwöhne ich auch gern meine Gäste. Mit Wasser und etwas Eis sind die Sirupe im Sommer super als Erfrischung – das mögen nicht nur die Kinder“, erzählt Christa Schlögel.

Einfach in der Zubereitung

An den Sirupen können sich auch Kräuterneulinge probieren, denn sie sind sehr einfach in der Herstellung: Mit Blättern oder Blüten setzt man zuerst eine Art Auszug an, mal kalt über mehrere Tage, mal warm, was dann schneller geht. Wird der Zucker nicht gleich in den Ansatz gemischt, kocht man den Auszug anschließend mit Zucker und meist etwas Zitronensäure auf. Danach muss der Sirup nur noch abgefüllt werden – und ist bereit für seinen Einsatz. „Aufgrund des Zuckergehalts sind die Sirupe eher ein Genussmittel. Doch die gesunden Wirkstoffe der Pflanzen sind darin trotzdem enthalten. So kann man sie pur oder in Tee gerührt als Begleittherapie nutzen“, weiß die Kräuterkundige, die vor 13 Jahren ihre Ausbildung zur Kräuterpädagogin abgeschlossen hat. Zum Beispiel gab sie ihren Kindern immer einen Teelöffel des Kräuter-Sirups, wenn sie Husten hatten: „Bei Erkältungen wirkt er entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem. Soll der Sirup für Kinder sein, empfehle ich Apfelminze – sie hat einen geringeren Mentholgehalt als Pfefferminze.“ Ebenfalls wohltuend bei Erkältung ist Lindenblüten-Sirup, der genauso zubereitet wird wie der Rosen-Sirup. Er wirkt fiebersenkend, schweißtreibend, immunstärkend und außerdem beruhigend und schlaffördernd – bringt dem Körper während der Krankheit also die nötige Ruhe.

Ein Schlückchen Harmonie 

Für innere Ausgeglichenheit greift Christa Schlögel gerne auf Sirup aus Zitronenmelisse oder Rosen zurück. „Wer zu Nervosität neigt und am Abend nicht zur Ruhe kommt, dem kann Zitronenmelissen-Sirup vor dem Schlafengehen helfen. Rosen-Sirup wirkt ebenfalls harmonisierend – nicht nur, weil er so lecker schmeckt“, schmunzelt sie. Für Letzeren hat sie noch einen Tipp: „Die Zitronensäure macht die Sirupe etwas dickflüssiger und sorgt in diesem Fall für eine schöne rote Farbe.“ So sieht er nicht nur nach den leuchtenden Rosenblüten aus, die am Strauch hängend den Garten schmücken. Mit dem feinen Blütenaroma schmeckt er auch danach – und ist so ein wahrer Genuss, der noch dazu guttut.

Kontakt
Seeleitenhof
Christa Schlögel
Auf der Seeleite 2
82404 Sindelsdorf
Telefon: +49(0)8856/5723
E-Mail: info@seeleitenhof.de
Internet: www.seeleitenhof.de
 

Kräuter- Sirup

Bei Erkältung, zur Vorbeugung von Infektionen der Atemwege und allgemeinen Stärkung des Immunsystems, wirkt entzündungshemmend

Zutaten: 
  • je 5 Zweige Pfefferminze
  • Thymian und Zitronenmelisse
  • 2 Zweige Salbei
  • 500 ml Wasser
  • 500 g Kandiszucker
  • 15 g Zitronensäure

Zubereitung: 
Schöne Blätter und Triebspitzen pflücken, waschen, in ein Glasgefäß geben, mit kochendem Wasser übergießen und 30 Minuten ziehen lassen. Abgießen, mit Kandiszucker und Zitronensäure etwa 1 Stunde köcheln lassen. Der Topf sollte mindestens doppelt so groß sein wie der Inhalt, da der Sirup beim Umrühren leicht überschäumt. Sobald der Sirup anfängt, dickflüssig zu werden, in ausgekochte Fläschchen oder Gläser abfüllen und sofort verschließen. Sirup abkühlen lassen und mit Name und Datum der Herstellung beschriften.

Viele weitere interessante Rezepte für Sirupe finden Sie in der aktuellen Ausgabe der LandIDEE 04/2017.

 
Text von Dagmar Bartosch
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Fotos: 
Peter Raider
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