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Salzapotheke

Für viele Menschen ist Salz nur ein Würzmittel in der Küche – das alte Wissen um seine wohltuenden Kräfte ist fast vergessen. Nora Kircher zeigt, wie das bewährte Hausmittel heute wieder eingesetzt wird.
 

Offene Wunden waren im Mittelalter ein Fall für den Bader. Wer mit einer derartigen Blessur zu ihm kam, musste allerdings außerordentlich tapfer sein – denn als eines der Heilmittel für alle Verletzungen von Haut und Gewebe galt Salz, das zusammen mit verschiedenen Kräutern und Tinkturen großzügig auf die betroffene Stelle aufgebracht wurde. „Das war schon eine extrem schmerzhafte Prozedur“, meint die Heilpraktikerin Nora Kircher. „Salz wurde damals verwendet, um die offene Wunde zu trocknen und Infektionen vorzubeugen. Das macht man schon sehr lange nicht mehr – denn damit werden nicht nur Bakterien, Viren, Pilze und andere Krankheitserreger, sondern auch die gesunden Hautzellen zerstört.“
In ihrer Praxis im hessischen Wahlsburg rät sie Patienten trotzdem, das alte Hausmittel Salz bei verschiedenen Beschwerden einzusetzen. Vor allem bei der Linderung von Husten, Schnupfen und anderen Erkrankungen der Atemwege, aber genauso bei Hautproblemen, Sportverletzungen, Gelenk- und Muskelschmerzen haben sich die einfachen Anwendungen mit dem weißen Gold seit Jahrhunderten bewährt.

In der Küche geschätzt

Wenn von Salz geredet wird, ist normalerweise das feine Tafelsalz gemeint – und das ist für Heilzwecke ungeeignet. Im Raffinierungsprozess werden ihm beim Mahlen und Reinigen wesentliche Stoffe entzogen und dafür Rieselhilfen und andere Zusätze wie Jod und Fluor beigefügt. Auch die meisten anderen in der Küche geschätzten Salze haben in der Hausapotheke nichts zu suchen. „Die stärkste gesundheitliche Wirkung geht von Kristallsalzen aus dem Himalaya aus“, erklärt die Expertin. „Sie haben eine lange Reifung unter einem hohen geomechanischen Druck hinter sich, sodass sie uralte und wertvolle bioenergetische Informationen gespeichert haben.“ Sie sind frei von Umweltbelastungen, werden mit der Hand abgebaut – das erklärt den höheren Preis – und ohne weitere Zusätze abgefüllt. Bei uns ist das rosafarbene Kristallsalz in großen und kleinen Brocken sowie in verschiedenen Feinheitsstufen gemahlen erhältlich.
Für Heilanwendungen ebenfalls geeignet ist das Salz aus dem Toten Meer. Es weist besonders viele Mineralstoffe und Spurenelemente auf – unter anderem mit über 40 Prozent ungewöhnlich viel Magnesium, das sich normalisierend auf die Stoffwechselvorgänge der Haut auswirkt. Auch Kalzium, Kalium und Brom, auf deren entzündungshemmende, juckreizstillende und regenerierende Eigenschaften die Körperhülle positiv reagiert, sind in hoher Konzentration vorhanden. In der Küche kommt es nicht zum Einsatz. Nora Kircher: „Es wird nur äußerlich angewendet, hinterlässt einen angenehm öligen Film auf der Haut und wird deutlich besser vertragen als andere Salze, weil es nicht so heftig brennt. Ein Bad darin kann verschiedene Hauterkrankungen genauso lindern wie Gelenk- und Muskelschmerzen.“
Als Basis wird in der Salzapotheke häufig Sole genutzt, die man ganz einfach selbst herstellen kann. Zum Einnehmen und für die äußere Anwendung – etwa für Einreibungen oder Wickel – wird diese gesättigte Lösung mit normalem Leitungswasser zubereitet. Um eine Sole für die angegriffenen Schleimhäute anzusetzen, wird zum Schutz vor Keimen Wasser für Injektionszwecke aus der Apotheke benutzt.

Salzlösung für die Nase

Anwendungen mit dieser besonders „sauberen“ Lösung haben sich beispielsweise bei Erkältungen bewährt: Die reinigenden und antibakteriellen Kräfte des Salzes, die bei Schnupfen in Nasentropfen (0,5 ml Lösung auf 8 ml Wasser) zur Geltung kommen, mildern die Beschwerden und putzen die Nasengänge durch. Diesem Elixier kann man zusätzlich zwei Tropfen ätherisches Speik-Lavendelöl zugeben, das schleimlösend wirkt. Auch eine Inhalation sollte mit Sole aus Wasser für Injektionszwecke hergestellt werden. Einige Anwendungen aus der traditionellen Salzapotheke stellt Nora Kircher auf diesen Seiten vor. Eine Fülle weiterer gesundheitsfördernder Rezepturen sind in ihrem informativen Ratgeber zu finden. 


Salzwickel   

bei Sportverletzungen

Zutaten: 
  • 2 EL Arnikablüten
  • 1 Tasse gesättigte Salzlösung
Zubereitung:
  1. Die Blüten mit kochender Salzlösung übergießen. Nach 10 Minuten in eine Schüssel abseihen.
  2. Die Schüssel in Eiswasser stellen, bis die Arnika-Salz-Lösung abgekühlt ist.
Anwendung:
Bei Verstauchungen oder Zerrungen ein Wickeltuch in der Lösung tränken, leicht ausdrücken, um das erkrankte Gelenk legen. Mit einem Leinentuch abdecken und mit einer Bandage fixieren. Hemmt die Entzündung, lindert den Schmerz.

Viele weitere Rezepte finden Sie in der aktuellen Ausgabe der LandIDEE.
 

Kontakt und Buch

Nora Kircher, Naturheilpraxis
Alte Schmiede
Mühlenstraße 6
37194 Wahlsburg
Telefon: +49 (0) 55 72/99 96 46
E-Mail: info@nora-kircher.de
Internet: www.nora-kircher.de

Buchtipp:
Nora Kircher: „Die Natur-Salzapotheke“, Hädecke Verlag, 12 Euro
 
Text von Angelika Krause
LandIDEE Ausgabe 06/19 Jetzt abonnieren!
Fotos: 
Peter Raider
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