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Nachhaltig & natürlich: Ein Stück Shampoo und Creme

Wie viele Plastikflaschen entsorgen wir allein für Shampoo, Duschgel, Haarkuren oder Körpermilch? Wenn man deren Wirkstoffe nicht mehr mit Wasser verdünnt, entstehen kleine Riegel und Stücke, die wirklich überzeugend pflegen, null Plastikabfall erzeugen und toll ins Reisegepäck passen. Aus LandAPOTHEKE Heft 1/2021.
Um die 40 Kilo Verpackungsmüll aus Plastik verursachen wir pro Kopf jedes Jahr. Jeder, der einmal eine große Tüte Kunststoffabfall zum Container gebracht hat, weiß, wie leicht dieser ist und wie viele solche Säcke man braucht, um damit auf 40 Kilo zu kommen. Das muss nicht sein. Zumindest, was Duschgel, Haarkur, Shampoo, Handseife und Körperlotion angeht, können wir da sofort eine Notbremsung machen und Shampoo- und Seifenstücke nutzen. Diese gibt es derzeit auch vermehrt zu kaufen. Man kann sie jedoch wirklich leicht selbst herstellen.


MILDE BIO-ZUTATEN

Zwar klingen Zutaten wie SLSA, SCI, Kurquat oder Cetylalkohol irgendwie chemisch. Seifenmacher aber wissen, dass es bei diesen Zutaten starke Unterschiede in der Qualität gibt und man sie auch in Seifen- und Selbermachläden mit biologischem Sortiment bekommen kann. SLSA wird in Reinigungs- und Haarpflegeprodukten vorrangig als Schaumbildner eingesetzt – dieses Sodium Lauryl Sulfoacetat basiert auf Fettsäuren aus Kokos- und Palmöl und erzeugt einen stabilen, festen Schaum. Sulfoacetate sind besonders milde Tenside mit geringer Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute und werden daher meist in Shampoos, Flüssigseifen und Schaumbädern eingesetzt.
 

HERSTELLUNG UNGEFÄHRLICH

Sie gelten als biologisch abbaubar und man bekommt sie in Läden, die sich auf die Herstellung von Naturkosmetik spezialisiert haben sowie in Onlineshops (siehe Rezepte). Einzig der feine Staub des SLSA kann zum Husten reizen, ein Mundschutz ist bei der Zubereitung daher empfohlen. Das reinigende Tensid SCI (Sodium Cocoyl Isethionate) besitzt eine rückfettende und feuchtigkeitsspendende Wirkung, besteht aus den natürlichen Fettsäuren des Kokosöls, ist also vegan und biologisch hervorragend abbaubar. Der Emulgator Kurquat wiederum macht die Haare leicht kämmbar, glänzend und besser frisierbar. Er muss stets mit einem Konsistenzgeber wie z.B. Cetylalkohol verarbeitet werden. Dieser sollte aus einem ökologischen Laden stammen, damit man sicher sein kann, dass die Grundlage nachhaltig und ökologisch angebautes Kokosöl bildet.
 

SANFTE PFLEGE SELBSTGEMACHT

Im Gegensatz zur Seifenherstellung, wo es schon mal heiß wird, ätzen oder stinken kann, sind unsere Seifen und Pflegeriegel leicht und ungefährlich, schnell und einfach herzustellen. Wer kreativ sein möchte, kann nach Herzenslust mit pflegenden natürlichen Wirkstoffen wie Lanolin, Mandelöl oder duftenden ätherischen BioÖlen experimentieren. Auch ökologische Lebensmittelfarbe ist erlaubt – und sorgt für die farbige Unterscheidung unserer neuen Riegel und Seifenstückchen. 
 

REZEPT: SHAMPOO-PRALINEN MIT LAVENDEL

Für alle Haartypen

ZUTATEN:

  • 100 g des pflanzlichen Tensids SLSA (z.B. bei eBay von Wesentlich)
  • 100 g Speisestärke
  • 1 EL Lavendelblüten
  • 50 g Kakaobutter oder Sheabutter
  • 20 Tropfen Lavendelöl
 

ZUBEREITUNG:

1 Mundschutz gegen Staub anlegen.
2 Abgewogenes Tensid und Speisestärke in einer Schüssel miteinander vermengen. Lavendelblüten auf Wunsch im Mixer zerkleinern oder ganz dazugeben.
3 Kakao- oder Sheabutter im Wasserbad schmelzen. Zu den trockenen Zutaten geben und alles mit den Fingern so lange durchkneten, bis die Zutaten gut miteinander vermischt sind.
4 Ätherisches Öl dazugeben. Mischung in die bereitgestellten Silikonformen drücken und mindestens 24 Stunden aushärten lassen.

ANWENDUNG:

An den nassen Haaren so lange entlangrubbeln, bis schöner Schaum entsteht.  

Text: Kati Hofacker
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Fotos: 
Birgid Allig
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