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Gesundheit

Nachgefragt bei der Expertin

Martha Greiner-Jetha beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Heilkraft von Pflanzen – auch für Kinder. Für unser Sonderheft stand sie uns bei vielen Fragen beratend zur Seite.
© Peter Raider


Martha Greiner-Jetha hat in Gröbenzell bei München eine Praxis für Klassische Homöopathie und Naturheilkunde und bildet Laien zu naturheilkundlichen Themen weiter.


Martha Greiner-Jetha von Peter RaiderFrau Greiner-Jetha, Sie behandeln in Ihrer Praxis viele Kinder. Sprechen Kinder auf sanfte Heilverfahren besonders gut an?

M. G-J.: Der kindliche Organismus befindet sich in der Entwicklung. Er ist in vieler Hinsicht noch nicht ausgereift und reagiert entsprechend sensibel auf Einflüsse von außen. Außerdem haben Kinder noch nicht so viele die Symptome unterdrückende schulmedizinische Medikamente bekommen. Für die Anwendung naturheilkundlicher Mittel ist das eine Chance – sie sind bei Kindern oft besonders wirksam.


Kann man mit naturheilkundlichen Anwendungen auch etwas falsch machen?

M. G-J.: Es gibt viele Pflanzenwirkstoffe, die für Kinder weniger geeignet sind. Die beliebte Echinacea etwa, der Sonnenhut, stimuliert das Immunsystem stark und eignet sich daher nicht für sehr kleine Kinder. Um keine schwerwiegende Erkrankung zu übersehen, sollte man bei unklaren Beschwerden von Kindern unter drei Jahren – die sich ja oft noch nicht klar genug zu ihren Schmerzen äußern können – in jedem Fall zum Arzt gehen. Erst wenn er Entwarnung gibt, ist eine Behandlung mit sanften Heilmitteln vertretbar.


Wie gut muss man sich auskennen, um traditionelle Hausmittel für Kinder richtig anwenden zu können?

M. G-J.: Es ist schon wichtig, sich über die Reparaturmechanismen des Körpers im Klaren zu sein, bevor man sie mit einer Anwendung anstößt. Ein Kältereiz etwa wirkt ja nicht in erster Linie durch Abkühlung. Indem er die Durchblutung der Haut verbessert, gelangen Abwehrzellen und Nährstoffe besser in die umliegende Körperregion. Wenn man das weiß, ist klar, dass eine einzige Anwendung zum Beispiel eines Wickels für die Heilung nicht ausreicht – und dass es sinnvoller ist, den Reiz mit mäßiger Intensität und dafür häufiger zu setzen. Nur Zeit und Geduld sollte man reichlich investieren, um individuelle, krank machende Grundmuster zu verbessern und Heilungsprozesse anzustoßen. Nicht zu unterschätzen ist auch die heilende Wirkung, die von der Zuwendung ausgeht, die ein liebevoll behandeltes Kind genießt. Gerade wenn es einem schlecht geht, tut solche besondere Aufmerksamkeit gut.

Das komplette Interview können Sie in unserer aktuellen Sonderausgabe der KinderAPOTHEKE nachlesen.


 
Text von Dorothea Cerpnjak
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Fotos: 
Peter Raider
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