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Gesundheit

Kraftvolle Kartoffel

Völlig unterschätzt – so sieht Ulrike Haunschmid die Kartoffel. Um das zu ändern, beschäftigt sie sich seit Jahrzehnten mit den vielseitigen Heilwirkungen der Knolle.
Kartoffel © Peter Raider

Die Augen leuchten, ihren Mund umspielt ein Lächeln – und das nur, weil Ulrike Haunschmid über Kartoffeln spricht. Was für andere nicht mehr als eine unscheinbare Knolle ist, die ab und zu als Beilage auf dem Teller landet, ist für die Oberösterreicherin eine Pflanze, die sie ihr Leben lang begleitet und geprägt hat. Familiäre und historische Umstände wollten es so, dass sie ab ihrem 5. Lebenstag mit einem Brei aus Kartoffeln, Wasser und Bergmilch ernährt wurde: „Ich liebte diesen Brei und war rund und gesund“, erinnert sie sich und fügt hinzu: „Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“ Bis heute haben die „Erdäpfel“, wie Kartoffeln in Österreich genannt werden, sie nicht losgelassen. In den 1980er-Jahren eröffnete sie im Almtal ihre eigene Erdäpfel-Pension: Gäste blieben für eine zweiwöchige Kartoffelkur, bei der sich vom Essen bis zum Wickel alles um die nährstoffreichen Knollen drehte. Doch damit nicht genug: Inhalationen, Bäder, Cremes und Kosmetik kamen über die Jahre mit ins Programm – kein Wunder also, dass die selbst ernannte Erdäpfel-Botschafterin in dieser Zeit ein breites Spektrum an Rezepten sammelte, die sich die Heilwirkungen der gesunden Knolle zunutze machten.
 

Lecker und gesund

Die Kartoffel aus ihrem Schattendasein zu befreien, ist immer noch Ulrike Haunschmids erklärtes Ziel. Dafür hält sie gerne Vorträge und Workshops für Gemeinden, Schulklassen oder Landfrauenvereine. Ihr umfassendes Wissen hat sie außerdem in ihrem Buch „Erdapfel – das Universalgenie“ aufgeschrieben. Entstanden ist eine schöne Mischung aus leckeren Koch- und gesunden Heilrezepten, denn beides gehört für die gelernte Köchin zusammen. Allein die Kartoffel wieder öfter auf den Speiseplan zu setzen, hält ihrer Meinung nach lange fit und gesund: „Die enthaltenen Kohlenhydrate liefern rasch Energie, und die Ballaststoffe unterstützen die Verdauung. Außerdem haben Erdäpfel einen relativ hohen Mineralstoffgehalt, vor allem Kalium, Kalzium und Magnesium.“ Noch dazu enthalten die Knollen ein sehr widerstandsfähiges Vitamin C, das selbst bei langer Lagerung gut erhalten bleibt. So liefern Kartoffeln im Winter diesen für den Körper so wichtigen Nährstoff.

Ein Tipp der Expertin: „Erdäpfel isst man am besten mit der Schale, da hier zahlreiche Nährstoffe sitzen. Nie sollte man Kartoffeln ohne Schale dämpfen oder garen, denn dann gehen viele gesunde Inhaltsstoffe verloren.“ Aus dem gleichen Grund sollte man Kartoffeln auch nur kurz waschen und nicht lange im Wasser liegen lassen. Gezielt kann man eine Kartoffel-Kur zum Beispiel zum Entschlacken oder bei einer Übersäuerung des Körpers einsetzen. Doch nicht nur innerlich, auch äußerlich hilft uns die Knolle. „Aufgeschnittene Kartoffeln bei Kopfschmerzen auf die schmerzende Stelle drücken oder auf den Nacken legen – das verschafft Kühlung und Linderung“, rät die Kartoffelkundige. „Auch bei Sonnenbrand und Verbrennungen mindern rohe Kartoffeln den Schmerz und fördern die Heilung.“
 

Helfendes Universalgenie

Das ist aber lange noch nicht alles: Bäder helfen unter anderem bei Entzündungen der Gelenke, warme Wickel bei Husten und Verspannungen. Auch für Haut und Haare sind Masken, Auflagen und Spülungen reinigend und pflegend. Kurzum: Dass Ulrike Haunschmid der Kartoffel den Titel „Universalgenie“ zuschreibt, kommt nicht von ungefähr. Und dass sie ihre Begeisterung für die Kartoffel lebt und teilen will, ist nicht zu übersehen: Zum Abschied überreicht sie uns einen Korb voller bunter Erdäpfel – freudestrahlend und wohl wissend, was für ein Geschenk sie damit weitergibt.
 

HandpflegeHandpflege - hilft bei rauen, rissigen und wunden Händen

ZUTATEN: 
  • 1 kleine rohe Kartoffel
  • 3 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 6 EL kalt gepresstes Lein- oder Olivenöl

ZUBEREITUNG: Die Kartoffel fein reiben und mit dem Zitronensaft und dem Öl aufschlagen.

ANWENDUNG: Die verdickte Masse sanft in die Hände einmassieren. Vollständig einziehen lassen, die Hände einige Zeit nicht waschen. Am besten wendet man diese Handpflege abends vor dem Schlafengehen an, um die Wirkung über Nacht zu erhöhen. Die Anwendung mehrere Abende hintereinander wiederholen. Die Mischung kann man auch vorbereiten und drei Tage in einem geschlossenen Gefäß im Kühlschrank aufbewahren. Zehn Minuten vor dem Verwenden aus dem Kühlschrank nehmen


Weitere tolle Rezepte für Anwendungen mit der Kartoffel finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe der LandIDEE.
 
Text von Dagmar Bartosch
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Fotos: 
Peter Raider
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