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Heuschnupfen natürlich lindern

Die Augen tränen, die Nase läuft und das Atmen fällt schwer - das sind typische Anzeichen einer Pollenallergie. Bei der Allgäuer Phytotherapeutin Bertlies Adler lernen wir die Heilkräuter und Hausmittel zur Vorbeugung und Linderung kennen. Aus  LandAPOTHEKE 2/2021.

Den Tag wird die junge Frau aus Stuttgart nie vergessen. Sie war als freiwillige Helferin, auf den Kräuterhof der Allgäuer Heilpflanzenexpertin Bertlies Adler gekommen. Schon wenige Stunden nach ihrer Ankunft hatte sie geschwollene Augen und eine verstopfte Nase, sogar das Atmen fiel ihr schwer – ein klassischer Heuschnupfen. „Sie wollte natürlich sofort abreisen, was wiederum mich fast in Panik geraten ließ“, erinnert sich die Kräuterfrau. „Ich riet ihr, etwas Gundermann zu essen und einen Tag zu warten. Und siehe da: Schon bald ging die Augenschwellung zurück, sie konnte wieder besser atmen – und ist glücklicherweise die vereinbarte Zeit bei mir geblieben.“ Schon die Kelten und später Hildegard von Bingen verehrten die „Grünkraft“ des Gundermanns. Heute noch wird er als Stärkungsmittel bei allen langwierigen und hartnäckigen Krankheiten eingesetzt – so auch bei chronischem Schnupfen und Husten, Verschleimung der Lungen und Heuschnupfen. Die kleinen herzförmigen Blätter haben einen intensiven, leicht herben Geschmack und lassen sich gut pur oder im Salat essen. Für Nasentropfen bei akutem Heuschnupfen ergänzt Bertlies Adler den Gundermann durch entzündungshemmenden Salbei (s. Rezept im Anhang).
 

REIZ- UND SCHMERZLINDERND

Neben den tränenden Augen, die mit einer Augentrostauflage beruhigt werden können, sind Schmerzen in der Naseninnenwand eine der lästigsten Begleiterscheinungen des Heuschnupfens – verursacht durch ausgetrocknete Schleimhäute und häufiges Schnäuzen. „Zur Linderung wird in der Volksheilkunde Misteltee eingesetzt – allerdings wird er geschnupft, nicht getrunken. Da ich diese Anwendung als sehr unangenehm empfinde, verarbeite ich den Sud lieber zu einer Nasencreme. Das darin enthaltene Leinöl hat einhüllende und lindernde Inhaltsstoffe, die uns besonders bei Entzündungen der Atemwege unterstützen können. Verstärkt wird die Wirkung durch das ätherische Zedernholzöl, das adstringierende, regenerierende, schleimlösende und antiallergische Eigenschaften hat“, erklärt die Heilpflanzenexpertin, die in ihrer Akademie Rückenwind Seminare rund um Naturerfahrung, Kräuterkunde, gesunde Ernährung und Entspannung anbietet. 

Zur Vorbeugung von Heuschnupfen hält die Natur ebenfalls einige Mittel bereit. In früheren Zeiten, als durch das Wenden und Aufschütteln des Heus mit der Hand sehr viele Pollen und Staub aufgewirbelt wurden, schützten sich die Bauern mit Holunderblütenwasser vor Niesattacken und geröteten Augen. Auch Pflanzen mit besonders vielen Schleimstoffen, die sich wie ein Schutzmantel über die Schleimhäute legen, lassen sich vorbeugend einsetzen – wie beispielsweise Malve, Linde und Königskerze. Ein Tee mit ihren Blüten muss im Kaltauszug hergestellt werden, da Hitze die Schleimstoffe zerstört (S. Rezept Seite 14 im Heft); für eine Tinktur kann man die schützenden Substanzen mit Alkohol extrahieren.
 

NATÜRLICHE VORBEUGUNG

Um den Heuschnupfen-Attacken vorzubeugen, ist es auch ratsam, die Abwehrkräfte langfristig mit einer gezielten Ernährung zu stärken. Bertlies Adler: „Mein Favorit sind heimische Wildkräuter wie Gundermann, Giersch, Rotklee oder Taubnessel. Sie besitzen eine Vielzahl an Vitalstoffen, unterstützen die Ausleitung von Giftstoffen aus dem Körper – und schmecken als Salat hervorragend. Besonders wichtig ist Vitamin C, das in den meisten Beeren reichlich enthalten ist und Studien zufolge den Histaminspiegel im Blut senken kann.“ Histamin sorgt als Teil des Immunsystems dafür, dass keine Schadstoffe in den Körper eindringen. Normalerweise wird es schnell wieder abgebaut, nicht so bei Allergikern. Eine schützende und symptomlindernde Wirkung haben auch grünes Gemüse, rote Bete, Karotten, Nüsse und Seefisch. 
 

REZEPT

Nasentropfen zur Reizlinderungbei akutem Heuschnupfen


Zutaten:

  • 1/4 TL Meersalz
  • 1/2 TL Gundermann
  • 1 TL Salbei


Zubereitung:

1 250 ml Wasser mit Salz aufkochen. DenTopf vom Herd nehmen, Salbei und Gundermannhinzugeben und den Ansatz 10 Minuten ziehenlassen.
2 Dann abseihenund auf Körpertemperatur abkühlen lassen. DieTropfensind höchstens 2 Tage haltbar und sollten dann neu hergestellt werden.


Anwendung:

Wenn die Mischung auf Körpertemperatur abgekühlt ist, mit einer Pipette in die Nase träufeln. Mit dieser Rezeptur kann man auch Nasenspülungen machen.




s. dazu auch unsere Bestellsets 

Kontakt

Akademie Rückenwind
Bertlies Adler
Kirchweg 8
87666 Pforzen-Ingenried
Tel. +49(0)83 46/9 82 40 86
Mail: info@akademie-rueckenwind.de
Internet: www.akademie-rueckenwind.de
 

Text: Angelika Krause
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Fotos: 
Peter Raider
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