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Heilsames Basilikum

Kaum jemand weiß, dass die beliebte Würzpflanze schon in der Antike wegen ihrer Heilkraft gerühmt wurde. Die Kräuterfrau Claudia Bernhardt schätzt sie in der Küche und der Hausapotheke.

Es soll vor bösen Geistern und Dämonen schützen, Glück in die Familie bringen und ewige Liebe erwecken: Dem Basilikum werden von alters her außerordentliche magische Eigenschaften zugesprochen. Als Arzneipflanze genießt das aromatische Küchenkraut ebenfalls seit Jahrtausenden eine große Wertschätzung und wird schon in den Werken der antiken Ärzte Hippokrates (460–370 v.Chr.) und Dioskurides (1.Jh. n.Chr.) gerühmt. Diese Hochachtung lässt sich gut am Namen ablesen: Das Wort „Basilikum“ leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „königliche Heilpflanze“.


Viele Neuzüchtungen

„Etwa im 12. Jahrhundert kam ,Ocimum basilicum‘ – so die botanische Bezeichnung – nach Mitteleuropa und wurde zu Heilzwecken in den Klöstern kultiviert. Heute hat sich die Pflanzengattung um eine Vielzahl von Neuzüchtungen wie beispielsweise das Purpur- oder das Zitronenbasilikum erweitert. Diese besitzen ganz besondere Aromen, werden aber nur in der Küche eingesetzt“, ergänzt die oberbayerische Kräuterpädagogin Claudia Bernhardt, die in der Nähe des Schliersees zu Hause ist und dort die Teilnehmer ihrer Veranstaltungen für die Schätze der heimischen Pflanzenwelt begeistert. Weitere Informationen dazu sind auf ihrer Homepage zu finden (siehe Kontakt). 
Wie viele alte Medizinalpflanzen hat man das Basilikum inzwischen mit wissenschaftlichen Methoden untersucht und dabei entdeckt, dass es viele Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine enthält. Für seine positive Wirkung auf die Gesundheit ist neben diesen Vitalstoffen vor allem das in den grünen Blättern vorhandene ätherische Öl verantwortlich, das entzündungshemmende, antibakterielle, schleimlösende und schmerzstillende Kräfte aufweist. In der traditionellen Naturheilkunde wird das Königskraut daher häufig bei Verdauungsproblemen genutzt, um Magenverstimmungen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen, Verstopfungen und Darmkrämpfe zu lindern.


Für Haut und Gelenke

Auch der Körperhülle kommt die würzige Heilpflanze zugute. Die Kräuterexpertin: „Mit Basilikumbädern, -umschlägen und -einreibungen hat man bei rissiger Haut, Schrunden und Abschürfungen, Insektenstichen, Juckreiz und Akne positive Erfahrungen gemacht. Auch bei Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen haben sich diese Anwendungen bewährt. Einige Tropfen des ätherischen Öls werden manchmal sogar pur auf die betroffenen Körperstellen aufgetragen, um durch die Reizung der Haut die Produktion von körpereigenen Entzündungshemmern und schmerzlindernden Substanzen anzuregen.“


Belebende Inhaltsstoffe

Darüber hinaus werden der Pflanze belebende und entspannende Eigenschaften zugeschrieben, die Nerven, Geist und Psyche stärken: So soll das Königskraut bei nervöser Erschöpfung und Schlaflosigkeit, zur Aufhellung der Stimmung und zur Aktivierung des Geistes gute Dienste leisten. Einige Tropfen des ätherischen Öls in der Duftlampe können auch die Konzentration und das Lernen unterstützen.
Wer von dieser Wirkung profitieren will, muss beim Erwerb der Essenz allerdings darauf achten, dass es sich um ein 100 Prozent naturreines und hochwertiges ätherisches Öl handelt. Das erkennt man meist an der ausführlichen Kennzeichnung. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte Basilikumöl jedoch nicht benutzt werden.
Gute Qualität empfiehlt sich auch beim Kauf der Pflanze. „Die Gewächse in den Töpfchen aus dem Supermarkt gehen oft schon nach einer Woche ein – sie sind meist schon gestresst und vorgeschädigt“, erklärt Claudia Bernhardt. „Die etwas teurere Ware aus der Bio-Gärtnerei bereitet dagegen in der Regel lange Freude. Ich trenne aber auch diese Pflanzen und topfe sie einzeln in etwas größere Tongefäße ein. Wer die Samen aussät, darf sie nur ganz wenig mit Erde bedenken, weil Basilikum ein Lichtkeimer ist. Nach 14 Tagen geht die Saat auf und nach einem Monat lassen sich schon die ersten Blätter abzupfen.“ Welche einfachen Hausmittel sie mit ihrer Ernte dann zubereitet, verrät uns die Expertin auf den folgenden Seiten. 
 

Basilikum-Körperessig    

zur Pflege von Haut, Kopfhaut und Haaren

Zutaten:
  • 100 g frisches oder 50 g getrocknetes Basilikum
  • 750 ml Obst- oder Apfelessig
Zubereitung:
  1. Das frische Kraut grob zerkleinern und in eine Flasche füllen.
  2. Den Essig dazugießen. Alle Pflanzenteile sollten bedeckt sein.
  3. Den Ansatz 8 Wochen an einen zimmerwarmen Platz stellen, ab und zu schütteln.
  4. Den Essig durch ein Tuch abfiltern und in eine Flasche füllen. Gut verschlossen ist er mindestens 1 Jahr haltbar.
Anwendung:
2–3 EL Essig mit 500 ml warmem Wasser verdünnen und sanft in die Haut einmassieren. Als Spülung nach der Haarwäsche kurz in die Kopfhaut einmassieren. Der Körperessig hilft, den Säureschutzmantel der Haut zu regenerieren und Hautirritationen zu besänftigen. 


Kontakt

Claudia Bernhardt, Kräuterpädagogin – BNE
Friedenstraße 4
83734 Hausham 
Tel. +49(0)1784 98 96 61
Mail: info@kräuterspaziergang.de
Internet: www.kräuterspaziergang.de

 
Text von Angelika Krause
Fotos: 
Peter Raider
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