Anzeige
Gesundheit

Heilsamer Fenchel

Seine Samen werden als Würz- und Heilmittel seit dem Altertum hoch geachtet.
Bettina Fele schätzt den Fenchel ebenfalls – auch als Gemüse.


Für Küche und Hausapotheke

Die besondere Wertschätzung, die Bettina Fele dem Fenchel entgegenbringt, hat ihre Wurzeln in Rom – wo die Kräuterfrau viele Jahre mit ihrer Familie gelebt hat. „Er spielt in der italienischen Küche eine große Rolle“, erklärt sie. „Ich hatte ihn damals schon in meinem Hausgarten gezogen. Neben dem schmackhaften Gemüse- auch den Gewürzfenchel, dessen Samen als Würz- und als Heilmittel verwendet werden können.“ Nur der Gemüsefenchel bildet die essbaren, ausgesprochen aromatischen und saftigen Knollen aus, die von Juli bis Oktober erntefrisch angeboten werden. Sie sind sehr gesund und besitzen viele wertvolle Nährstoffe – vor allem die Vitamine A und C sowie reichlich Ballast- und Mineralstoffe. Darüber hinaus hat er wenig Kalorien und ist leicht verdaulich. Neben allerlei warmen und kalten Gerichten bereitet Bettina Fele mit dem Gemüse gerne Pinzimonio zu – eine ebenso schnelle wie köstliche mediterrane Vorspeise.

Heilkräftige Samen

Der Gewürzfenchel und sein Bruder, der Wilde Fenchel, punkten dagegen mit ihren heilkräftigen Samen, die im Frühherbst an Dolden reifen und schon im Altertum wegen ihrer gesundheitsfördernden Kräfte geschätzt wurden. „Beide Sorten enthalten als Hauptwirkstoff ein kostbares ätherisches Öl mit krampflösenden und antibakteriellen Eigenschaften. Ähnlich wie die Früchte von Anis und Kümmel werden sie daher vor allem bei Problemen mit der Verdauung eingesetzt – etwa bei Blähungen, Völlegefühl, Appetitlosigkeit oder Bauchschmerzen. Bei der Zubereitung ist wichtig, die Samen vorher mit dem Mörser etwas anzuquetschen, damit die heilsamen Stoffe frei werden können“, so die Heilpflanzenexpertin, die heute am Hochrhein in Baden-Württemberg lebt und auf Anfrage Kräuterkurse durchführt.

Gut für die Verdauung 

Und weil Vorbeugung natürlich besser ist als die Behandlung von Beschwerden, werden die Samen in der Küche überall dort verarbeitet, wo es gilt, Speisen verdaulicher zu machen. Die Früchte des Wilden Fenchels, der auch Bitterfenchel genannt wird, weisen übrigens ein etwas herberes und intensiveres Aroma auf als die Samen des Gewürzfenchels.
„Bei Husten und Bronchitis ist die Anwendung von Fenchelsamen heute ebenfalls wissenschaftlich anerkannt“, ergänzt die Kräuterfrau. „Das schon angesprochene ätherische Öl kann auch bei diesen Beschwerden mit seine antibakteriellen, entzündungshemmenden und entkrampfenden Eigenschaften zur Linderung beitragen – und darüber hinaus seine schleimlösende und auswurffördern de Wirkung entfalten.“

Entspannung bei Stress 

Nicht zuletzt haben die wertvollen Inhaltsstoffe des Fenchels einen beruhigenden Einfluss auf das Nervenkostüm und helfen dabei, nach einem anstrengenden, stressigen Tag zu entspannen – etwa als Badezusatz oder als Tee. Letzteren mögen übrigens trotz seiner Bitterstoffe auch die meisten Kinder – wie Bettina Feles Enkelin Charlotte: Als sanfte Unterstützung bei Verdauungsstörungen ist er ebenso geeignet wie als Gute-Nacht-Getränk und Einschlafhilfe.
 

Fenchelbad 

Bei Stress, Nervosität und Erschöpfung

Zutaten: 
  • 6–10 Tropfen ätherisches Fenchelöl (z. B. von Primavera oder Farfalla)
  • 100g Meersalz

Zubereitung:
  1. Öl und Salz mischen. 
  2. Badezusatz in die mit 37–38 Grad warmem Wasser gefüllte Wanne geben und 10–15 Minuten darin baden und entspannen. 
  3. Danach lauwarm abduschen, 20 Minuten ruhen. 

Anwendung:
Nach einem anstrengenden Tag wirkt das Bad beruhigend, schmerzlindernd, ausgleichend.


Viele weitere Rezepte finden Sie in der aktuellen Ausgabe der LandIDEE 05/2018.

 
Text von Angelika Krause
LandIDEE Ausgabe 05/18 Jetzt abonnieren!
Fotos: 
Peter Raider
Mehr zum Thema