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In 6 Schritten gegen Erkältungen

Mit Frösteln fängt es an, dann schmerzt der Hals, Husten und Schnupfen folgen: Jede Erkältung durchläuft einen Prozess. Die Heilpraktikerin Susanne Heim weiß, wie der Organismus im jeweiligen Stadium ganz gezielt unterstützt werden kann. Mehr in  LandAPOTHEKE 04/2021.
Viele Kräuterarzneien decken einen breiten Anwendungsbereich ab. So finden sich in den meisten Erkältungstees gleichzeitig antibiotische, fiebersenkende, entzündungswidrige und schleimlösende Zutaten. „Wir leiden bei Atemwegsinfekten jedoch nicht gleichzeitig an Schüttelfrost, Schweißausbrüchen und trockenem Husten. Die Symptome erscheinen nacheinander in einer sinnvollen Reihenfolge – bis die Genesung eintritt“, erklärt die Heilpraktikerin Susanne Heim, die ihre PatientInnen in Fischbachau im oberbayerischen Leitzachtal betreut.


MASSGESCHNEIDERTE ARZNEI

Anstatt nach dem Gießkannenprinzip vorzugehen, bevorzugt die Heilpflanzenexpertin maßgeschneiderten Arzneien, die dem jeweilige Stadium einer Erkrankung angepasst sind. So auch bei Atemwegsinfekten: „Am Anfang braucht man weder etwas Schleimlösendes wie die Eibischwurzel noch etwas Schweißtreibendes wie Lindenblüten. Zu Beginn einer Erkältung schwitzt man nicht, man fröstelt – weil der Körper für den Abwehrkampf die Temperatur bis zum Fieber erhöht. Engelwurztee oder heißer Holundersaft sind nun eine gute Wahl für die Erwärmung.“ Nach dem Frösteln fängt der Hals an zu kratzen, Kopf- und Gliederschmerzen stellen sich ein. Hilfreich sind jetzt Kräuterarzneien, die die Schmerzen lindern können – wie etwa Tee oder Sirup mit Mädesüßblüten, die auch das „pflanzliche Aspirin“ genannt werden. Im nächsten Stadium einer Atemwegserkrankung attackiert das Immunsystem mit seinen Abwehrzellen, den weißen Blutkörperchen, die eingedrungenen Krankheitserreger. Mit pflanzlichen Antibiotika können wir in dieser Phase die Arbeit unserer Abwehrkräfte gut unterstützen. Ideale Arzneien dafür sind Spitzwegerichtee, Zwiebelsirup oder Meerrettichhonig. „Nach der Abwehrarbeit senkt unser Organismus das Fieber wieder und wir fangen an zu schwitzen. Jetzt ist es Zeit für den vorhin schon erwähnten Lindenblütentee, der schweißtreibend und fiebersenkend wirkt“, erklärt die Heilpflanzenexpertin, die ihren kostbaren Erfahrungsschatz über die Herstellung von Arzneimitteln aus der heimischen Natur in dem Buch „Handwerk der Kräutermedizin“ zusammengefasst hat. Es ist für 24,90 Euro direkt bei ihr erhältlich (siehe Kontakt).
 

AUFRÄUMEN UND STÄRKEN

Ist die Temperatur wieder gesunken, geht es ans Aufräumen: Die oberen und unteren Atemwege produzieren verstärkt Schleim, um tote Zellen, Erreger und Entzündungsstoffe abzutransportieren – Schnupfen oder Husten setzen ein. Wichtig ist nun eine schleimlösende Arznei wie ein Eibisch-Kaltauszug. Susanne Heim: „Wenn die Beschwerden abflauen, hilft anschließend im letzten Stadium des Infekts ein Stärkungsmittel etwa aus Schlehenblüten, um die Regeneration des erschöpften Organismus zu fördern und schnell wieder auf die Beine zu kommen.“ 
 

Kontakt:

Susanne Heim
Heilpraktikerin und Autorin
Birkensteinstraße 4
83730 Fischbachau
Telefon: +49(0)80 28/1610
Internet: www.tegernseerkraeuterapotheke.de
 


REZEPT 

Salbei-Spitzwegerich-Tee
zur Stärkung der Keimabwehr und Unterstützung des Immunsystems


ZUTATEN:

  • 25 g Salbeiblätter
  • 25 g Spitzwegerich


ZUBEREITUNG:

1 Die Kräuter mischen. 1 EL der Mischung mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen.
2 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und in eine Thermoskanne füllen.
 

 

ANWENDUNG:

Den Tee über den Tag verteilt trinken. Der Kräutertee hat keimhemmende und antibiotische Eigenschaften.


 
Text: Angelika Krause
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Fotos: 
Peter Raider
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